
Drei Geschwister, ein Steinblock, dahinter Reben bis zum Horizont.
Champagne Drappier in Urville steckt mitten im Generationswechsel: Hugo gewann 2025 einen Award für seinen Fromenteau-Champagner, Antoine pflügt mit dem Pferd, Charline kümmert sich ums Marketing. Ihr Vater Michel, seit 1979 am Ruder, war einer der ersten, die Zero Dosage wagten. Die Keller unter ihren Füßen ließ der Heilige Bernhard 1152 errichten. Pinot Noir macht 70 Prozent der Rebfläche aus – die Côte des Bar ist sein Herzland. Bei uns ab Lager lieferbar sind der
Brut Nature ohne zugesetzten Schwefel, der
Rosé Brut Nature, der
Clarevallis Extra Brut, der
Quattuor IV und der ausgezeichnete
Trop m'en faut aus Fromenteau, zum Kennenlernen auch als
Probierpaket mit vier Flaschen.
Unter den Gewölben des Heiligen Bernhard

Die Treppe führt hinab in eine andere Zeit.
1152 ließen die Zisterzienser von Clairvaux diese Gewölbe errichten, um den Wein der umliegenden Weinberge zu lagern. Die Steinbögen haben Kriege überdauert, Revolutionen, Reblaus-Epidemien. André Drappier kaufte sie 1950 der Gemeinde ab – ein Fundament, das mehr ist als Architektur. In diesen Kellern reifen heute Champagner, die ohne
Stabilisierung und Filtration auskommen, bei konstanten 10 Grad, geduldig wie vor 900 Jahren.
„Père Pinot" und die Rückkehr einer Traube
Georges Collot, Michels Großvater mütterlicherseits, pflanzte in den 1930er Jahren als Erster an der Côte des Bar wieder
Pinot Noir. Die Nachbarn hielten ihn für verrückt, nannten ihn bald „Père Pinot". Heute bedeckt diese Traube
70 Prozent der 62 Hektar. Der Boden – oberer
Kimmeridgium-Kalk – ist geologisch verwandt mit dem nahen Chablis und gibt den Weinen eine mineralische Schärfe. Der
Brut Nature Sans Soufre zeigt, wohin das führen kann: reiner Pinot Noir, ohne Dosage, ohne zugesetzten Schwefel.
Vergessene Trauben, neue Auszeichnungen
Vor über zwanzig Jahren begann Michel Drappier, verschwundene Rebsorten zurückzuholen:
Arbanne, Petit Meslier, Blanc Vrai, Fromenteau. Der
Quattuor vereint alle vier zu gleichen Teilen – ein Champagner wie ein lebendiges Archiv. Der
Trop m'en faut! aus 100 Prozent Fromenteau brachte Hugo 2025 den Preis für den besten Champagner bei den Master Winemaker Awards. André, der im März 2025 im 99. Lebensjahr verstarb, konnte diesen Triumph seines Enkels noch miterleben.
Klimaneutral seit 2016
Als erstes Champagnerhaus erreichte Drappier 2016
Klimaneutralität. 17 Hektar sind bio-zertifiziert, weitere in Umstellung. Schafe weiden zwischen den Reben, Antoine pflügt mit seinem Kaltblüter die biodynamischen Parzellen. In Les Riceys, nur wenige Kilometer südlich, arbeitet
Olivier Horiot mit ähnlicher Überzeugung an seinen biodynamischen Cuvées – die Côte des Bar entwickelt sich zum Epizentrum einer neuen Champagne-Bewegung.