Johannes Zillinger

Weingut Johannes Zillinger bewirtschaftet 23 Hektar auf Kalkstein-Sandstein rund um Velm-Götzendorf im südöstlichen Weinviertel. Johannes Zillinger übernahm das Gut 2012 in dritter Generation; sein Vater Hans Zillinger hatte bereits 1984 auf biologischen Anbau umgestellt. Seit einer Reise nach Georgien im Jahr 2011 entstehen über 60 Prozent der Weine in Amphoren und Grossfässern aus Eiche und Akazie. Siebzig Prozent der Rebfläche tragen weisse Sorten: Grüner Veltliner, Riesling, Sauvignon Blanc, Welschriesling und Muskateller. In der Spitzenlinie NUMEN vergären die Trauben auf der Maische in Tongefässen und reifen monatelang auf der Hefe.
Velm-Götzendorf im südöstlichen Weinviertel
Die 23 Hektar liegen auf Kalkstein-Sandstein-Böden rund um das Dorf Velm-Götzendorf. Siebzig Prozent der Fläche sind mit weissen Sorten bestockt, mit Grünem Veltliner, Riesling, Sauvignon Blanc, Welschriesling und Muskateller; den Rest teilen sich Zweigelt, Sankt Laurent und pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen wie Roesler und Regent. An den Ostseiten der Weinberge pflanzt Johannes Zillinger Bäume und Sträucher, die als Klimapuffer wirken. Zwischen den Rebzeilen wachsen Kräuter, aus denen er Tees und Extrakte für die Behandlung der Reben ansetzt, und Kunekune-Schweine und Hühner lockern und düngen den Boden.
Von David Zillinger bis Johannes Zillinger
Das Weingut besteht seit 1673, gegründet von David Zillinger. Die Wende zum heutigen Betrieb kam 1984, als Hans Zillinger auf biologischen Anbau umstellte, zwei Jahre vor dem Glykolskandal, der den Weinbau in Österreich erschütterte. Johannes Zillinger führt die Arbeit seit 2012 biodynamisch weiter. Die Cuvée Reflexion K bringt die Lieblingsparzellen von Grossvater, Vater und Sohn zusammen, jeder Teil nach einer eigenen Methode vinifiziert.
Die Reise nach Georgien und die Kvevri
2011 fuhr Johannes Zillinger nach Georgien und sah dort Trauben, die in Tonamphoren in der Erde vergoren. Zurück in Velm-Götzendorf liess er sich Kvevri aus Georgien schicken und begann zu experimentieren; im Keller stand bis dahin vor allem Edelstahl. Heute reift der grössere Teil der Weine in Amphoren und in Grossfässern aus Eiche und Akazie. Der NUMEN Sankt Laurent Rosé vergärt sechs Monate mit Kohlensäuremaischung in Amphoren, wird von Hand gepresst und sedimentiert anschliessend vier Monate in 500-Liter-Fässern aus Akazienholz und Eiche.
NUMEN, Velue und die Solera
NUMEN bezeichnet eine metaphysische Aktivität, den Geist eines Ortes, und benennt die Weine mit dem geringsten Eingriff. Sie vergären spontan auf der Maische in Kvevri, liegen lange auf der Hefe und werden ungefiltert und ungeschönt abgefüllt. Der NUMEN Fumé Blanc kommt aus den ältesten Rebstöcken, vergärt kurz in Amphoren und reift sechzehn Monate auf der Hefe; die Gault&Millau-Jury zeichnete ihn als Alternative Wine of the Year 2020 aus. Die Einstiegslinie Velue trägt den alten Namen des Dorfes Velm und ergibt Weine um 11,5 Volumenprozent mit kurzer Maischestandzeit.
In der Linie JZ. Revolution arbeitet Johannes Zillinger nach dem Solera-Prinzip: Jedes Jahr wird ein Teil entnommen und abgefüllt, der Rest mit jungem Wein aufgefüllt, sodass die Jahrgänge mit der Zeit verschmelzen und die Launen einzelner Jahre sich ausgleichen. Weiss, Rosé und Rot reifen in Amphoren und bleiben unter 30 Milligramm Schwefel je Liter. „Die schönsten Bilder malt die Natur; wir rahmen diese Kunstwerke nur“, sagt er.







