Lebendige Weine Schweiz & Liechtenstein

Baden · Deutschland

Forgeurac

Marco Pfliehinger und Uwe Lange im Keller von Forgeurac

Forgeurac ist das Weingut von Marco Pfliehinger und Uwe Lange in St. Leon-Rot, 2,5 Hektar in Baden, die vollständig von Hand bewirtschaftet werden. Seit 2015 keltern die beiden gemeinsam; kennengelernt haben sie sich im Weinbaustudium in Geisenheim, Uwe Lange nach Jahren als Musikdozent, Marco Pfliehinger als Bodenkundler mit einer Doktorarbeit über Terroireinflüsse auf Alterungstöne. Ihre Parzellen liegen auf verwittertem Granit, Jurakalk und Keuper, der Keller in einem Gewölbe aus dem 17. Jahrhundert, das einmal die Dorfschmiede war. Aus forge und der Endung französischer Appellationen entstand der Name. Gearbeitet wird nach biodynamischen Prinzipien, alle Weine erscheinen als Badischer Landwein.

Die Weine

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Marco Pfliehinger und Uwe Lange

Uwe Lange spielte jahrelang Cello und Jazz-Kontrabass und arbeitete als Musikdozent; mit dreissig begann er in Geisenheim ein Weinbaustudium. Dort traf er Marco Pfliehinger, einen Bodenkundler, der über Terroireinflüsse auf Alterungstöne promovierte. Beide hatten im Burgund gearbeitet, Uwe Lange als Demeter-Kontrolleur, Marco Pfliehinger als Geologe. Ihre Weine nennen die beiden eigensinnig und stur, so wie sie selbst; seit 2015 keltern sie in St. Leon-Rot zusammen.

Der Keller unter der alten Schmiede

Das Gewölbe stammt aus dem 17. Jahrhundert und liegt unter Uwe Langes Haus, dort arbeitete früher die Dorfschmiede. Hier reifen die Weine in gebrauchten Barriques und Pièces, abgefüllt wird mit Schwerkraft und Schlauch, verkorkt von Hand. Pumpen, Filter und Traktoren gibt es bei Forgeurac nicht. Morgens um sechs rührt Uwe Lange das Hornkiesel-Präparat, wie er es als Demeter-Kontrolleur hundertfach gesehen hat.

Die Trauben kommen ganz oder je nach Jahrgang teilentrappt in kleine Holzbottiche, werden kurz mit den Füssen eingemaischt und in moderater Pigeage rund drei Wochen auf der Maische vergoren. Gepresst wird auf einer alten Korbkelter, abgezogen über das Broquereau per Falldruck. Gärung und biologischer Säureabbau verlaufen spontan; geschönt und filtriert wird nicht, und der Schwefel bleibt je nach Jahrgang bei höchstens 30 Milligramm.

Granit, Jurakalk und Keuper

Die Parzellen verlangen Handarbeit. Im Bühlertal bewirtschaften Marco Pfliehinger und Uwe Lange steile Terrassen, die kein Traktor erreicht, und der Engelsfelsen bringt von Terrassen auf 350 Metern eine Granit-Mineralik mit. Im Kraichgau fanden sie Muschelkalk, dessen Boden nach Sellerie und Karotten riecht. Der Riegel, aus weinrechtlichen Gründen vom Riegelberg umbenannt, wächst auf rotem Granit in einem steilen, dicht bepflanzten Weinberg. Der Oberboden misst nur wenige Zentimeter, darunter beginnt der pure Fels. Die Rebstöcke sind alt und tief verwurzelt.

Der Stein, zuvor Steinsatz, ist eine alte Spätburgunder-Lage in Rauenberg im Kraichgau. Die Bodenformation gehört zum Keuper und verbindet rotes Tongestein mit Kalksteinen, die als Dolomitstein auftreten; der harte Dolomit verwittert langsam, die Tonschichten darin versorgen die Reben. Der Walis steht bei Efringen-Kirchen in Blansingen im Markgräflerland, hoch gelegen auf Jurakalk über einem alten Kalksteinbruch, nach Süden ausgerichtet, mit Blick auf den Rhein.

Villages und Lagenweine

Der Badische Landwein „V" ist der Villages, eine Cuvée aus verschiedenen Lagen eines Dorfes, und zeigt den Ortscharakter eines Jahres, den die beiden besonders spannend fanden; der Badische Landwein führt die Terroirs Badens zusammen. Beim Sankt Laurent Village aus der Lage Hasselbach vergären die Trauben zu hundert Prozent samt Rappen, der Boden ist Kalk mit hohem Tonanteil und Eisen und dadurch sehr rot, der Ertrag liegt bei rund 20 Hektoliter je Hektar. Ein Saftabzug zur Konzentration unterbleibt, und der Wein behält seine frische Säure und einen moderaten Alkoholgehalt.

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