Col d'Orcia

Col d'Orcia bewirtschaftet in Montalcino 142 Hektar Reben, 108 davon für Brunello di Montalcino. Santiago Marone Cinzano führt das Gut gemeinsam mit seinem Vater Francesco Marone Cinzano, und seit 2010 arbeitet Col d'Orcia biologisch: Schafe und Ziegen weiden zwischen den Rebzeilen, der Kompost kommt aus dem eigenen Kreislauf. Die Weinberge sind nach Süden ausgerichtet und liegen auf einem Hügel mit Blick auf den Orcia, den Fluss an der südwestlichen Grenze des Brunello-Gebiets. Der Brunello reift in grossen slawonischen Eichenfässern, und die Riserva Poggio al Vento entsteht nur in grossen Jahren.
Von Turin nach Montalcino
Die Familie Cinzano baute ab 1757 in Turin ein Vermouth-Haus auf, dessen Leuchtreklame später am Piccadilly Circus hing. 1973 kaufte Graf Alberto Marone Cinzano in Montalcino das Weingut Col d'Orcia, das 1958 aus der Fattoria di Sant'Angelo in Colle hervorgegangen war. Der Name bezeichnet den Hügel über dem Fluss Orcia. Damals standen auf dem Besitz nur wenige Hektar Reben.
530 Hektar im Val d'Orcia
Vom Besitz in der Toskana sind 142 der 530 Hektar mit Reben bestockt, 108 davon für Brunello di Montalcino. Die Hälfte der Gesamtfläche ist Wald, dazu kommen Olivenhaine mit vierhundert Jahre alten Bäumen. Die Weinberge liegen im Val d'Orcia, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, und schauen vom Hügel nach Süden auf den Fluss; der Rosso di Montalcino wächst auf rund 250 Metern über dem Meer, der Brunello auf rund 300.
Seit 2010 arbeitet Col d'Orcia biologisch. Schafe und Ziegen weiden zwischen den Rebzeilen, der Kompost stammt aus dem eigenen Kreislauf des Guts. Der Slow Wine Guide zeichnete Col d'Orcia 2023 mit dem SNAIL Award für nachhaltigen Weinbau aus, Wine Enthusiast ernannte das Gut 2025 zum Environmental Advocate of the Year.
Poggio al Vento
Die Lage Poggio al Vento, der windige Hügel, liefert die Trauben für die Brunello-Riserva, die Col d'Orcia nur in grossen Jahren erzeugt. Der Sangiovese zeigt dort seine strenge Seite, mit Kirsche, Leder und mediterranen Kräutern über einem Tannin, das Jahrzehnte überdauert. Gelesen wird von Hand, die Trauben werden bereits im Weinberg ausgewählt. Neben der Riserva stehen der Brunello di Montalcino und der Vigna Nastagio, beide aus Sangiovese.
Rosso di Montalcino, Olmaia und Pascena
Col d'Orcia war daran beteiligt, den Rosso di Montalcino als eigene DOC zu etablieren; er wächst in den nach Süden gerichteten Weinbergen auf rund 250 Metern und ist früher zugänglich als der Brunello. Mit Cabernet Sauvignon arbeitet das Gut im Olmaia, einem Toscana Rosso, und der Pascena ist ein süsser Moscadello di Montalcino aus spät gelesenem Muskateller.
2017 kehrte Santiago Marone Cinzano ins Weingut zurück, dessen Vornamen er vom Jakobsweg hat, wie er selbst gern erzählt. Er legte den CMC LOT.1 Conti Marone Cinzano auf, einen Brunello di Montalcino, der den Namen der Familie trägt.










