Pian Dell'Orino

Pian dell'Orino liegt ausserhalb von Montalcino, wo Caroline Pobitzer und Jan Erbach seit 1997 sechs Hektar Sangiovese Grosso bewirtschaften, biodynamisch und seit 2018 mit Demeter-Zertifikat. Die Reben stehen in 300 bis 400 Metern Höhe auf Galestro und versteinerten Muscheln, verteilt auf vier Lagen, für die die beiden eigene geologische Karten erstellt haben. Die Erträge nehmen sie weit zurück, und im Weinberg arbeiten sie mit Präparaten und Kräutertees. Die Weine zeigen ihre Herkunft offen: Sauerkirsche, getrocknete Kräuter und eine salzige Spur aus den fossilen Böden, dazu ein Tannin, das Jahr für Jahr Zeit braucht.
Caroline Pobitzer und Jan Erbach
Caroline Pobitzer stammt aus Südtirol; sie erwarb das Anwesen ausserhalb von Montalcino in der Toskana. Jan Erbach kommt aus Karlsruhe, studierte Weinbau in Geisenheim und sammelte in französischen Praktika Erfahrung. Seit 1997 arbeiten die beiden hier zusammen, und was damals als Versuch begann, führen sie heute auf sechs Hektar weiter. Ihre Parzellen bewirtschaften sie seit Jahrzehnten biodynamisch; 2018 kam die Demeter-Zertifizierung.
Seit 2008 veröffentlichen Caroline Pobitzer und Jan Erbach die Analysedaten ihrer Ernten. Gemeinsam mit zwei weiteren Weingütern gründeten sie Sangiovese Per Amico; der Messe Benvenuto Brunello bleiben sie seit Jahren fern.
Vier Lagen zwischen 300 und 400 Metern
Die sechs Hektar verteilen sich auf vier Lagen: Pian dell'Orino, Pian Bossolino, Scopeta und Cancello. Bestockt sind sie ausschliesslich mit Sangiovese Grosso, auf Böden aus Galestro und versteinerten Muscheln. Für diese Parzellen haben Caroline Pobitzer und Jan Erbach eigene geologische Karten erstellt, Lage für Lage.
Der Brunello di Montalcino Vigneti del Versante wächst in mehreren dieser Weinberge, typischerweise in Cancello Rosso und im unteren Teil von Pian Bossolino. Sein Gleichgewicht übersteigt die Summe der einzelnen Teile, und sein Charakter fällt in jedem Jahr anders aus, bleibt dabei erkennbar.
Präparate, Mondkalender und grosse Fässer
Im Weinberg sprüht Jan Erbach Brennnesseltee und Kamillentee, die Präparate treten an die Stelle chemischer Behandlungen, und der Rebschnitt folgt dem Mondkalender. Die Ertragsreduktion ist extrem, sie gehört zur Arbeitsweise des Guts von Beginn an.
Im Keller vergären die Trauben spontan in offenen Holzgefässen und reifen anschliessend in grossen Fässern; önologische Eingriffe bleiben aus. Der Rosso di Montalcino ist reinsortiger, unverschnittener Sangiovese. Der Piandorino erscheint als Toskana IGT und zeigt dieselbe Arbeit in zugänglicher Form.
Verkostungsraum und Musikbibliothek
Der Verkostungsraum ist zugleich die Musikbibliothek von Jan Erbach, mit einer Vinylsammlung und einer High-End-Stereoanlage zwischen den Fässern. „Wo das Olfaktorische auf das Auditive trifft“, nennt er diese Verbindung.







