Jeaunaux-Robin

Champagne Jeaunaux-Robin in Talus-Saint-Prix bewirtschaftet fünf Hektar am südlichen Rand der Côte des Blancs, im Vallée du Petit Morin. Cyril Jeaunaux und Clémence Robin führen das Gut in dritter Generation, gegründet wurde es in den 1960er-Jahren. Auf den Südhängen über dem Petit Morin liegt der Anteil an Pinot Meunier bei über 50 Prozent, weil diese Rebsorte die Spätfröste des Tals übersteht. In den Böden steckt Silex, Feuerstein, der hier einst zu Mühlsteinen gebrochen wurde und den Cuvées wie dem Éclats de Meulière ihren Namen gab. Gepresst wird auf der traditionellen Coquard-Presse, vergoren spontan, ausgebaut in Edelstahl, Emaille und gebrauchten Burgunderfässern.
Talus-Saint-Prix im Vallée du Petit Morin
Das Dorf Talus-Saint-Prix liegt zwischen der Côte des Blancs und der Côte de Sézanne, oberhalb des Petit Morin, eines Nebenflusses der Marne. Im Boden stecken Kalk, Lehm, weisser Mergel und ein ungewöhnlich hoher Anteil Silex; aus diesem Feuerstein wurden früher Mühlsteine gebrochen, französisch meulière. Die Parzellen liegen an Südhängen, und die Nächte im Frühjahr bringen regelmässig Frost. Der Meunier kommt damit zurecht und entwickelt auf diesem Terroir eine eigene Würze; Pinot Noir und Chardonnay ergänzen den Rebbestand.
Ein Keller im Kreidefelsen
1986 gruben Michel und Marie-Claude, die Eltern von Cyril Jeaunaux, über Monate von Hand einen Keller in den Kreidefelsen. Die Höhle hält konstant 12 Grad, und die Weine liegen darin zwei bis sieben Jahre, bevor sie degorgiert werden. 1999 übernahmen Cyril Jeaunaux und Clémence Robin den Betrieb und arbeiten seither biologisch und in Teilen biodynamisch, seit 2013 beraten von Jacques Mell. Von den drei Söhnen des Paares will der jüngste, Anselme, das Gut einmal weiterführen. Cyril Jeaunaux gehört zu Terres et Vins de Champagne, einer Vereinigung von Winzern der Champagne.
Lagen und Rebalter
Für den Éclats de Meulière liest Cyril Jeaunaux im Terroir Les Coteaux du Petit Morin, kalkig und lehmig, mit eingebundenem Feuerstein; die Rebstöcke sind rund 45 Jahre alt. Die Cuvée vereint 60 Prozent Meunier, 30 Prozent Pinot Noir und 10 Prozent Chardonnay, ein Viertel reift im Fuder, drei Viertel im Inox. Aus dem Weinberg Le Grand Morceaux mit 61 Jahre alten Reben kommt der Instinct Meunier, reiner Meunier, zehn Monate in burgundischen Pièces aus Mehrfachbelegung ausgebaut, ohne malolaktische Gärung und ohne Dosage. Der Les Marnes Blanches zeigt den Chardonnay dieser Hänge mit kreidiger Mineralität und straffer Säure.
Presse, Gärung, Ausbau
Die Trauben kommen von Hand auf die Coquard-Presse, die Gärung startet spontan, ohne zugesetzte Hefen, in Edelstahl, glasiertem Beton oder gebrauchten Eichenfässern. Auf die malolaktische Gärung verzichtet Cyril Jeaunaux teilweise, was die Säure der Weine erhält. Die Fässer sind mindestens zehn Jahre alt, ihr Holz tritt in den Champagnern nicht hervor. Im Glas bleibt die kreidige Spur des Feuersteins, auf den die Cuvée-Namen verweisen.












