Lebendige Weine Schweiz & Liechtenstein

Korsika · Frankreich

Abbatucci

Jean Charles and Faustine Abbatucci

Domaine Comte Abbatucci liegt im Tal des Taravo auf Korsika und bewirtschaftet rund zwanzig Hektar auf granitischen Sandböden. Jean-Charles Abbatucci übernahm das Gut 1992 und arbeitet seit 2000 biodynamisch, mit Pferdepflug, einer Schafherde zur Begrünung und Präparaten aus Heilkräutern. Im Weinberg stehen autochthone korsische Sorten, viele davon aus der Sammlung von achtzehn Varietäten, die sein Vater Antoine in den 1960er Jahren anlegte: Sciaccarellu, Niellucciu, Barbarossa, Bianco Gentile und Brustiano. Weil das französische AOC-Reglement diese Sorten nur eingeschränkt zulässt, kommen die Weine als Vin de France auf den Markt.

Die Weine

12 Weine Alle anzeigen

Das Tal des Taravo

Die Weinberge der Domaine Comte Abbatucci liegen auf rund 150 Metern Höhe im Tal des Taravo auf Korsika, auf granitischen Sandböden mit natürlicher Nord- und Nordostausrichtung. Vor einem Jahrhundert pflanzte der Grossvater von Jean-Charles Abbatucci hier die ersten fünf Hektar mit Sciaccarellu, Niellucciu, Barbarossa und Carcaghjolu neru. Zum Betrieb gehören neben den Reben Oliven, Obst und Gemüse, Forstwirtschaft und eine eigene Gastronomie.

Antoine Abbatucci und die achtzehn Sorten

Antoine Abbatucci war Präsident der korsischen Landwirtschaftskammer. In den 1960er Jahren sah er das Erbe des korsischen Weinbaus bedroht, als internationale Varietäten vordrangen. Er legte darum eine ampelographische Sammlung von achtzehn autochthonen Sorten an. Darin finden sich Bianco gentile, Brustiano, Genovese und Riminese bei den weissen, Carcajolo Nero, Minustello und Morescono bei den roten. Jean-Charles Abbatucci restrukturierte nach der Übernahme die Weinberge und zäunte sie gegen Wildschweine ein. Seine Tochter Faustine besitzt und bewirtschaftet die Domaine heute gemeinsam mit ihm.

Pferd, Schafe und Meerwasser

Seit 2000 arbeitet Jean-Charles Abbatucci biodynamisch. Ein Pferdepflug lockert den Boden, eine Schafherde begrünt und düngt die Zeilen, Präparate aus Heilkräutern und Mineralien stärken die Reben, und die Arbeiten folgen dem Kalender von Maria Thun. Auf einzelnen Versuchsparzellen ersetzt Meerwasser das Kupfer und den Schwefel; aus solchen Parzellen stammt der Monte Mare. Mit der Chip-Bud-Technik regeneriert er alte Stöcke und wechselt die Sorte, ohne zu roden, sodass die gewachsene Wurzelstruktur erhalten bleibt.

Auf der Parzelle Monte Bianco spielt Bertrand Cervera, erster Geiger des Orchestre National de France, über den Reben Violine. „Mit dem Tanz des Pflanzlichen möchte ich meinen Weinen eine vibrierende Dimension verleihen“, erklärt Jean-Charles Abbatucci. In den Trauben kehren die Aromen des Maquis wieder, Immortelle, Myrte und Fenchel; gelesen wird von Hand in kleine Kisten.

Keller und Weine

Général de la Révolution, Diplomate d'Empire und Ministre Impérial sind nach Vorfahren der Familie benannt. Der Faustine Vielles Vignes Rouge trägt den Namen der Tochter und verbindet 70 Prozent Sciaccarellu mit 30 Prozent Niellucciu aus Parzellen auf Granit, gelesen bei rund 25 Hektolitern je Hektar. Die Trauben kommen in der Frühe von Hand herein, werden entrappt und über vierzig Tage spontan vergoren, danach reift der Wein fünf Monate in Edelstahl und Beton, ohne Schönung und mit leichter Filtration.

Der Ministre Impérial vereint Niellucciu, Sciaccarellu, Morescono, Montanaccia, Carcajolo Nero und Aléaticu; der Most bleibt mehrere Wochen auf der Maische, mit regelmässigem Unterstossen und Übergiessen des Tresterhuts, und der Wein reift in konischen Fudern und kleinen Eichenfässern, bis er nach etwa einem Jahr in Stahltanks zusammenkommt. Beim Général de la Révolution steht Vermentinu neben Rossola Brandica, Riminese, Carcaghjolu Biancu, Biancone und Paga Debbiti. „Der Charakter des Général ist wirklich voll Spannung und Mineralität, mit grosser Länge am Gaumen“, sagt Jean-Charles Abbatucci; jung bleibt dieser Weisswein diskret, mit den Jahren gewinnt er an Ausmass, und Kräuter der Macchia und Zitrusfrucht treten hervor.