Lebendige Weine Schweiz & Liechtenstein

Vallée de la Marne · Frankreich

Jérôme Blin

Jérôme Blin mit Arbeitspferd im Weinberg in Vincelles

Champagne Jérôme Blin bewirtschaftet sechs Hektar in Vincelles am Südufer der Marne, etwa zwanzig Kilometer westlich von Épernay. Die Familie Blin baut dort seit 1671 Wein an; Jérôme Blin kehrte 1996 in den damals konventionell geführten Betrieb zurück, stellte ihn 2012 auf biologischen Anbau um und arbeitet seit 2018 biodynamisch. Zwei Comtois-Kaltblüter pflügen die Zeilen, ein Schaf hält das Gras kurz. Siebzig Prozent der Reben sind Pinot Meunier, und jede Parzelle wird für sich vinifiziert. Die meisten Champagner verlassen den Keller ohne Dosage: Die Säure bleibt straff, die Frucht des Meuniers liegt offen.

Die Weine

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Vincelles am Südufer der Marne

Vincelles liegt in der Vallée de la Marne, etwa zwanzig Kilometer westlich von Épernay, am Südufer des Flusses. Die Familie Blin baut hier seit 1671 Reben an. Jérôme Blin kehrte 1996 in den Betrieb zurück, der zu dieser Zeit konventionell arbeitete. Heute umfasst das Gut sechs Hektar, verteilt auf zahlreiche Lieu-dits mit verschiedenen Bodentypen: Ton, Kalk, Sand und Feuerstein. Pinot Meunier stellt siebzig Prozent der Rebfläche und prägt die Lagen um Vincelles.

Die Umstellung ab 2012 und die Arbeit mit Pferden

2012 begann Jérôme Blin die Umstellung auf biologischen Anbau, 2018 folgte die biodynamische Arbeitsweise. Herbizide und synthetische Dünger verschwanden aus den Weinbergen, mit ihnen die Traktoren. Seither pflügen die beiden Comtois-Kaltblüter Naya und Quartz die Zeilen, und ein Schaf namens Chouquette hält das Gras zwischen den Reben kurz.

Lieu-dits und Rebsorten

Jede Lage wird getrennt gelesen und vinifiziert. Meunier sur Sable kommt von sandigen Böden aus dem Eozän, von fünfzig Jahre alten Reben; der Wein reift zur Hälfte in Barriques, zur Hälfte im Edelstahl, ohne malolaktische Gärung und ohne Schönung. Les Ports stammt aus einer Complantation, einem Gemischten Satz, der in den 1970er Jahren in Vincelles gepflanzt wurde: neunzig Prozent Meunier, dazu Petit Meslier, Pinot Noir, Pinot Blanc und Pinot Gris, gemeinsam gelesen, der Grundwein im Barrique ausgebaut. La Haute Cirrière wächst in den höchsten Parzellen, Meunier und Pinot Noir zu gleichen Teilen, die Reben rund fünfzig Jahre alt, der Boden toniger, siltiger Kalkmergel. Von steinigem Untergrund kommt Les Caillasses.

Gärung, Hefelager, Dosage

Die Weine vergären spontan mit den eigenen Hefen und liegen lange auf der Hefe. La Varoce setzt sich aus sechzig Prozent Meunier, dreissig Prozent Chardonnay und zehn Prozent Pinot Noir zusammen, von Reben um fünfunddreissig Jahre auf Kalkmergel und Ton; der Wein reift im Edelstahl und verbringt fast drei Jahre im Hefelager. Degorgiert wird meist ohne Dosage, sonst im Bereich Extra Brut; La Pouillote erhält drei Gramm und ist damit der üppigste Champagner des Guts. Neben den Champagnern erzeugt Jérôme Blin einen Coteaux Champenois aus reinsortigem Pinot Meunier, ausgebaut im Tongefäss und im Fass.

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