Lebendige Weine Schweiz & Liechtenstein

Kamptal · Österreich

Loimer

Fred Loimer vom Weingut Loimer im Kamptal

Weingut Loimer in Langenlois bewirtschaftet Erste Lagen im Kamptal, darunter Heiligenstein, Käferberg und Loiserberg. Fred Loimer übernahm den Betrieb 1998, stellte ihn 2006 auf biodynamische Arbeit um und gründete ein Jahr später mit Kollegen respekt-BIODYN. Die Böden reichen von Urgestein über Löss bis zu vulkanischem Gestein. Riesling und Grüner Veltliner halten diese Unterschiede fest, mit kühler Frucht und salzigem Nachhall. Seit 2013 kommt Sekt nach der Méthode traditionnelle dazu, aus Langenlois und aus Gumpoldskirchen, wo Fred Loimer seit 2004 das Weingut Schellmann gepachtet hat.

Die Weine

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Langenlois, Löss und Urgestein

Der Untergrund im Kamptal wechselt auf engem Raum zwischen Urgestein, Löss und vulkanischem Gestein. Das Klima kommt aus zwei Richtungen: von Norden zieht kühle Luft aus dem Waldviertel durch das Tal des Kamp, von Süden drückt pannonische Wärme heran. Die Temperaturamplituden, die daraus entstehen, prägen die Aromatik der Trauben. In den Weinbergen von Langenlois steht ein schwarzer Kubus, und zum Gut gehören Lösskeller, die 150 Jahre alt sind.

Die Ersten Lagen Heiligenstein, Käferberg und Loiserberg

Der Riesling der Ried Heiligenstein wächst auf vulkanischem Quarzporphyr und rotem Sandstein. Der Grüne Veltliner der Ried Käferberg steht auf verwittertem Urgestein. Auf der Ried Loiserberg wachsen Grüner Veltliner und Riesling nebeneinander, beide als Kamptal DAC gefüllt.

Die Ried Steinmassl steigt von 240 auf 340 Meter und ist von Süd-Südost nach Südwest ausgerichtet. Im Ausgangsgestein liegen Paragneise und Glimmerschiefer, dazu dunkle Amphibolite und helle Granitgneise. Deren Verwitterung ergibt Braunerde mit zahlreichen Steinen und etwas Kalk, in manchen Geländepositionen bis zu einem Meter stark. Der Riesling von dort wird Anfang bis Mitte Oktober selektiv von Hand gelesen, steht zwölf bis vierundzwanzig Stunden auf der Maische und vergärt zur Hälfte im Stahltank, zur Hälfte im Holzfass.

Biodynamie und respekt-BIODYN

2006 stellte Fred Loimer die Arbeit im Weinberg auf Biodynamie um, ein Jahr später gründete er mit Kollegen respekt-BIODYN, dessen Regeln biodynamische Arbeit im Weinberg und Qualitätsstandards im Keller verbinden. Die Moste vergären spontan. Der Riesling aus der Ried Steinmassl bleibt nach vier- bis sechswöchiger Gärung elf Monate auf der Vollhefe im Eichenfass, reift danach acht Monate auf der Feinhefe im Stahltank und wird unfiltriert gefüllt.

Sekt aus Langenlois und Gumpoldskirchen

Seit 2013 arbeitet Fred Loimer mit der Méthode traditionnelle. Die Trauben werden in Kisten zu zwanzig Kilogramm gelesen, aus hundert Kilogramm presst er fünfzig Liter Most, gerüttelt wird von Hand. Der Langenlois Grosse Reserve Blanc de Blancs Brut Nature aus Chardonnay, Pinot Blanc und Pinot Gris vergärt im neutralen Holzfass, durchläuft den biologischen Säureabbau, liegt mindestens 36 Monate auf der Hefe und wird ohne Dosage dégorgiert. Gault&Millau wählte ihn zum Sekt des Jahres 2023.

In Gumpoldskirchen, wo die Böden Kalk führen, pachtete Fred Loimer 2004 das Weingut Schellmann. Von dort und aus Langenlois stammen die Trauben des Brut Rosé Reserve: Pinot Noir, St. Laurent und Zweigelt, Anfang bis Mitte September gelesen, zweieinhalb Jahre sur lattes, mit drei Gramm Dosage gefüllt.