Lebendige Weine Schweiz & Liechtenstein

Südtirol · Italien

Manincor

Das historische Gutsgebäude von Weingut Manincor in Kaltern

Manincor bewirtschaftet 50 Hektar Reben in Kaltern in Südtirol. Michael Graf Goëss-Enzenberg übernahm das Weingut 1991 von seinem Onkel, damals ein klassischer Mischbetrieb, und stellte es 2005 auf biodynamische Arbeit um; seit 2009 ist das gesamte Sortiment Demeter-zertifiziert. Gemeinsam mit Gutsdirektor Helmuth Zozin keltert er Lagenweine aus Terlan und Kaltern, spontan vergoren mit traubeneigenen Hefen und auf der Feinhefe ausgebaut. Der Keller liegt in den Hang gebaut hinter dem Gutsgebäude; Trauben und Moste bewegen sich dort über die Schwerkraft, der kühle Fels hält die Temperatur konstant.

Die Weine

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Die Übernahme von 1991

Michael Graf Goëss-Enzenberg, diplomierter Önologe mit Studium in Salzburg, übernahm Manincor 1991 von seinem Onkel. Damals war das Gut ein Mischbetrieb, der seine Trauben an die Genossenschaft lieferte; er beendete die Ablieferung und brachte die Weine unter eigenem Namen heraus, und die ersten Jahre waren hart. Das Gutsgebäude, an dem die Strasse zum Kalterer See vorbeiführt, steht mit seinem Turm seit über vierhundert Jahren an dieser Stelle.

Lieben Aich, Mazzon und Rubatsch

Der Tannenberg, ein Sauvignon Blanc, wächst in der Terlaner Lage Lieben Aich, einem Südwesthang auf 300 Metern Meereshöhe. Der sandige Lehm über Porphyrverwitterungsgestein lässt Wasser durch und bringt die grösste Mineralstruktur im Weingut mit. Die entrappten Beeren bleiben zwölf Stunden auf der Presse, dann vergärt der Most spontan im Holzfass und reift rund neun Monate auf der Feinhefe. Die Sophie trägt den Namen von Gräfin Sophie Goëss-Enzenberg und kommt zur einen Hälfte aus Lieben Aich, zur anderen aus Mazzon. Mazzon in Kaltern ist der steilste Weinberg Manincors, mit bis zu 100 Prozent Gefälle und Südwestlage auf 350 bis 400 Metern; der Untergrund enthält Kalk und Lehm. Zum Chardonnay treten in der Cuvée Viognier und Sauvignon Blanc.

Für den Rubatsch kommen zwei Drittel der Lagrein-Trauben aus der gleichnamigen Lage in Terlan, einem Südwesthang auf 250 Metern mit sandigem Boden über Porphyr. Das letzte Drittel stammt vom Seehof in Kaltern, der auf gleicher Höhe liegt, mit Blick auf den See und lehmigem Kalkschotter im Untergrund. Die Partien vom Rubatsch bringen Feinheit und Eleganz, die vom Seehof geben Kraft und Struktur. Die Trauben vergären spontan auf der Maische im Holzbottich, der Tresterhut wird zwei Wochen lang täglich untergetaucht. Nach sechzehn Monaten im Barrique, davon ein Fünftel neues Holz, wird der Wein geschönt und ungefiltert gefüllt.

Die Linien Hand, Herz und Krone

Der Name Manincor bedeutet Hand aufs Herz, und nach diesen Wörtern sind die Linien des Sortiments benannt. Unter Hand laufen die Einstiegsweine, darunter der Keil aus Vernatsch und die Weisswein-Cuvée La Manina. Das Herz umfasst die Lagenweine, neben Tannenberg und Sophie auch den Eichhorn aus Weissburgunder und den Rubatsch. Die Krone wird nur in besonderen Jahren gefüllt. Dazu kommt der Cassiano, eine Cuvée aus Merlot, Cabernet und Pinot Noir.

Biodynamie auf 463 Hektar

2005 begann die Umstellung, 2006 kam der erste vollständig biodynamische Jahrgang in den Keller, und 2009 trug das ganze Sortiment das Demeter-Zertifikat. Als Einheit bewirtschaftet Manincor 463 Hektar aus Obst, Wein, Wald und Wiesen nach den Richtlinien von Demeter; Hühner, Schafe und Bienen gehören dazu, im Pflanzenschutz kommen Kräutertees zum Einsatz. Helmuth Zozin leitet das Weingut seit 2008 und denkt vom Rebschnitt bis zur Füllung in Zusammenhängen. Zwei Drittel der Weissweine vergären spontan, bei den Rotweinen sind es hundert Prozent.

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