Charles Joguet

Die Domaine Charles Joguet bewirtschaftet in Chinon an der Loire 35 Hektar, davon 30 Hektar Cabernet Franc und fünf Hektar Chenin Blanc. Charles Joguet, Maler und Bildhauer, übernahm das Familiengut 1957 und begann, jede Lage für sich zu vinifizieren; die Lagennamen auf den Etiketten stammen aus dieser Arbeit, Clos de la Dioterie und Clos du Chêne Vert sind Monopole der Domaine. Kevin Fontaine führt den Keller seit 2006. Der Cabernet Franc vergärt in Holzbottichen und reift in Fässern aus französischer Eiche. Die Weine verbinden saftige Frucht mit feinem Tannin.
Charles Joguet übernimmt 1957
Als sein Vater 1957 starb, stand Charles Joguet vor der Wahl zwischen Kunstakademie und Weinberg, und er entschied sich für beides. Der Maler und Bildhauer sah in Chinon Böden, die von Parzelle zu Parzelle wechselten, und zog daraus eine Konsequenz: Er vinifizierte jede Lage einzeln, Clos de la Dioterie, Clos du Chêne Vert und Les Varennes du Grand Clos bekamen je einen eigenen Wein. Die Trauben der Appellation gingen damals an Négociants. Michel Bettane nannte die Domaine Charles Joguet 2020 „das beste Weingut von Chinon“.
Tuffsteinkeller und die Lagen an der Vienne
Die Keller ziehen sich über einen Hektar durch den Tuffstein, vor Jahrhunderten von Hand gehauen, mit Werkzeugspuren an den Wänden. Über das Jahr schwankt die Temperatur dort um weniger als ein halbes Grad.
Der Clos de la Dioterie ist der berühmteste Weinberg der Domaine, schon im Mittelalter erwähnt. Er liegt flach und nah an der Vienne, mit Lehm im Oberboden, Kalk und Glimmer darunter und Rebstöcken von 90 bis 100 Jahren. Der Clos du Chêne Vert misst zwei Hektar am rechten Ufer der Vienne und reicht bis zur Kuppe der Anhöhe, viel steiler als die Dioterie. Dort prägen Lehm, leichte Kiesel und tief liegender Kalk den Boden. Weil der Clos nach Süden schaut, beginnt dort jedes Jahr die Lese; den Namen gab eine mächtige Eiche, die Mönche aus Bourgueil im 12. Jahrhundert gepflanzt haben sollen.
Die Familie Genet und Kevin Fontaine
1985 holte Charles Joguet die Familie Genet als Teilhaber ins Gut, 1997 verkaufte er es ihr ganz; Anne-Charlotte Genet leitet heute den Vertrieb, ihr Vater Jacques die Geschäfte. Kevin Fontaine, geboren in Saumur, kam 2006 nach Stationen in Neuseeland, Südafrika und Kanada als Kellermeister nach Chinon. „Wir wollen, dass unsere Weine vom Terroir erzählen, nicht von uns“, sagt er; seit 2008 findet die malolaktische Gärung im Fass statt.
Der Cabernet Franc bekommt zehn Tage eine kühle Vorvergärung bei 10 °C, danach gärt die Maische rund vier Wochen in Holzbottichen bei höchstens 21 °C. Anschliessend werden Vorlaufweine und die besten Pressweine assembliert. Ein Fünftel der Fässer aus französischer Eiche wird jedes Jahr erneuert, die übrigen zählen ein bis vier Jahrgänge. Der Wein reift 15 bis 16 Monate im Holz. Les Varennes du Grand Clos zeigt nach Jahren rote Johannisbeere und einen Hauch Cassis, der Clos de la Dioterie Schokolade und Graphit.
Chenin Blanc aus Les Charmes
Les Charmes liegt am linken Ufer der Vienne, auf den Anhöhen von Anché, der Nachbargemeinde von Sazilly, und bringt mit Lehm und Kalk einen für Chenin Blanc ungewöhnlichen Untergrund. Der Ertrag liegt bei 35 Hektoliter je Hektar oder darunter, gelesen wird in mehreren Durchgängen nach Reifegrad. Nach pneumatischer Pressung vergärt der Wein über drei Monate in 225-Liter-Fässern, ein Drittel davon neu, bei 5 bis 13 °C. Aufgerührt wird regelmässig, damit er sich auf der Feinhefe nährt. Nach vier bis sechs Monaten Reifung kommen die Fässer im Edelstahltank zusammen.














