Huet

Domaine Huet in Vouvray hält drei Lagen auf der Première Côte im Alleinbesitz: Le Haut-Lieu, Le Mont und Clos du Bourg, alle mit Chenin Blanc bestockt. Victor Huet gründete das Weingut 1928, sein Sohn Gaston Huet führte es 55 Jahre lang und stellte Ende der 1980er Jahre auf Biodynamie um; seit 1993 ist die gesamte Domaine Demeter-zertifiziert. Je nach Jahrgang entstehen aus einer Lage mehrere Weine, von trockenem Sec bis zum edelsüssen Moelleux. Benjamin Joliveau verantwortet die Weine seit 2020. Sie reifen in den Tuffsteinstollen, über denen Le Mont wächst.
Victor und Gaston Huet in Vouvray
Victor Huet führte ein Bistro in Paris, bis der Erste Weltkrieg seine Lungen zerstörte. 1928 zog er an die Loire, kaufte in Vouvray das Anwesen, das heute das Weingut bildet, und dazu den Weinberg Le Haut-Lieu. Sein Sohn Gaston Huet übernahm 1937, verbrachte fünf Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft und prägte die Domaine danach 55 Jahre lang. Er erwarb 1953 den Clos du Bourg und 1957 Le Mont, den letzten der drei Weinberge.
Die drei Lagen der Première Côte
Le Haut-Lieu, der Gründungsweinberg, liegt auf dem Plateau von Vouvray. Sein Oberboden aus tiefbraunem Lehm mit Feuerstein und Kreide heisst hier Aubuis, der gelbe Tuffeau-Kalkstein darunter beginnt in vier Metern Tiefe. Der Clos du Bourg oberhalb der Kirche von Vouvray umfasst sechs Hektar hinter einer alten Steinmauer, die dem Weinberg seinen Namen gibt. Die Parzelle wird im 7. Jahrhundert erstmals erwähnt und gehört zu den ältesten Grand-Cru-Parzellen Frankreichs. Ihr flacher Boden besteht aus Lehm mit Einschlüssen von Feuerstein und Kreide, und die Reben erreichen den turonischen Tuffeau schon nach einem Meter. Gaston Huet hielt den Clos du Bourg für den grössten Weinberg Vouvrays.
Le Mont, neun Hektar östlich des Weinguts, ist nach Süden ausgerichtet und liegt direkt über den historischen Tuffsteinkellern. Der Oberboden reicht mehrere Meter tief und besteht aus tiefgrünem Lehm mit Feuerstein, der teils faustgross wird und hier Perron heisst. Darunter liegt der turonische Tuff-Kalkstein. Erwähnt und geschätzt wird diese Lage seit dem 15. Jahrhundert.
Biodynamie und Demeter seit 1993
Gaston Huet führte Ende der 1980er Jahre die Biodynamie ein, seit 1993 trägt die gesamte Domaine Huet das Demeter-Zertifikat, und sie ist damit eine Ikone des biodynamischen Weinbaus an der Loire. Wie viel Süsse in den Weinen bleibt, entscheidet der Herbst: Jede Lage wird in mehreren Durchgängen gelesen, und Edelfäule bildet sich, wenn das Wetter sie bringt. In Ausnahmejahren kommt zu Sec, Demi-Sec und Moelleux eine Moelleux 1ère Trie dazu. Aus allen drei Lagen entsteht der Vouvray Pétillant Brut, und seit 1989 füllt Huet in besonderen Jahren die Cuvée Constance ab.
Benjamin Joliveau und die Felsenkeller
Seit 2003 gehört Domaine Huet Anthony Hwang aus New York, heute leiten seine Kinder Sarah und Hugo Hwang den Betrieb. Im selben Jahr begann Benjamin Joliveau hier als Aushilfe, ein Vouvrayer von Geburt; er lernte bei Jean-Bernard Berthomé, arbeitete noch mit Noël Pinguet, dem Schwiegersohn Gaston Huets, zusammen und trägt seit 2020 die volle Verantwortung für die Weine. „Chenin Blanc steht für Fruchtausprägung gepaart mit natürlicher Säure“, sagt er.
Ausgebaut wird in den tiefen Felsstollen, wo die Temperatur über das Jahr gleich bleibt, in neutralen Gebinden und mit viel Zeit. Aus Aubuis und Perron über dem Tuffeau bringt der Chenin Blanc Quitte und Kamille mit, dazu eine Säure, die diese Weine über Jahrzehnte trägt.












































