Château de Pibarnon

Château de Pibarnon liegt am höchsten Punkt der Appellation Bandol in der Provence und bewirtschaftet rund 50 Hektar auf blauem Trias-Mergel. Éric de Saint Victor führt das Gut seit 2000. Catherine und Henri de Saint Victor hatten es gekauft, als Bandol kaum bekannt war; 1977 umfasste es 16 Hektar. Die Parzellen liegen in einem Amphitheater, das sich zum Mittelmeer hin öffnet. Mourvèdre ist die Hauptsorte, im Rouge wie im Rosé. Der Rosé entsteht aus Mourvèdre und Cinsault, spontan vergoren und sechs Monate im Edelstahl ausgebaut.
Restanques auf blauem Mergel
Die Restanques bilden das Herz von Château de Pibarnon, jahrhundertealte Steinterrassen, die von Hand aufgeschichtet wurden. Stufe um Stufe steigen sie den Hang hinauf, und jede hat ihr eigenes Mikroklima. Der Untergrund ist Triasgestein mit blauem Mergel, dazu kommen Ton, Kalk und triassische Kreide; in den Böden liegen urzeitliche Fossilien. 1977 waren es 16 Hektar, heute bewirtschaftet Pibarnon rund 50.
Catherine und Henri de Saint Victor
Catherine und Henri de Saint Victor kauften das Gut, als Bandol kaum bekannt war; den Ausschlag gab ein Wein aus den 1970er Jahren. Sie bauten das Château zu einer provenzalischen Bastide um und legten einen Gravitationskeller an, der seiner Zeit voraus war. Zwischen 1980 und 1985 holte Pibarnon fünf Goldmedaillen in Folge am Concours Général Agricole in Paris, und Slow Food nahm einen Wein des Guts unter die 150 besten der Welt auf.
Éric de Saint Victor und der Keller
Éric de Saint Victor wuchs zwischen den Fässern auf. 1989 stieg er offiziell in den Betrieb ein, 2000 übernahm er die Leitung. Er sucht hedonistische, sinnliche Weine ohne Protzerei, und die Mourvèdre folgt ihm darin. Sie zeigt sich auf diesen Böden samtig und komplex, mit der Statur zum Lagern. Seit 2008 arbeitet Marie Laroze als Kellermeisterin des Guts und betreut die 220 Einzelparzellen.
Rouge, Restanques und die beiden Rosés
Der Château de Pibarnon Rouge steht auf Mourvèdre, ergänzt um Cinsault, und braucht Zeit: zehn Jahre, manchmal mehr. In den Restanques de Pibarnon kommt Grenache dazu; dieser Wein ist früher zugänglich und hält trotzdem seine Jahre.
Der Bandol Rosé vereint Mourvèdre und Cinsault. Der Cinsault wird direkt gepresst, der Mourvèdre blutet über einen Tag hinweg nach dem Saignée-Verfahren aus. Beide Säfte vergären gemeinsam spontan über zwanzig Tage bei 22 Grad und reifen anschliessend sechs Monate im Edelstahl. So entsteht ein vollmundiger Rosé mit der Lakritznote der Mourvèdre, angelegt auf Reife. Nuances ist ein reinsortiger Mourvèdre von ausgewählten alten Reben, ebenfalls über Saignée gewonnen und langsam spontan vergoren. Beide Rosés stammen aus demselben Amphitheater auf Ton, Kalk und triassischer Kreide. Der Nuances reift je zur Hälfte in 30-Hektoliter-Fudern von Stockinger und in Amphoren, ein Vin de Garde, bei dem Struktur und Würze vor der Frucht stehen.















