Heinrich

Weingut Heinrich in Gols am Neusiedlersee bewirtschaftet rund hundert Hektar im Burgenland, eigene und gepachtete Parzellen am Leithagebirge und auf der Parndorfer Platte. Gernot und Heike Heinrich begannen 1990 mit zwei Hektar, stellten 2006 auf biodynamische Bewirtschaftung um und zählen zu den Gründungsmitgliedern des Verbands respekt-BIODYN; seit 2017 ist der Betrieb Demeter-zertifiziert. Blaufränkisch aus den Einzellagen Alter Berg, Edelgraben und Gabarinza steht neben der Freyheit-Linie, in der Weissweine bis zu vierzehn Tage auf der Maische bleiben. Im Keller reifen die Weine in Amphoren und in grossen Fässern aus gebrauchtem Holz.
Gernot und Heike Heinrich in Gols
Kennengelernt haben sich die beiden in einem Salzburger Biergarten: Gernot Heinrich, der Önologie studierte, obwohl seine Eltern ihm den Winzerberuf ausreden wollten, und Heike Heinrich, die aus Fashion und PR kam. 1990 begannen sie in Gols mit zwei Hektar eigener Reben, neben dem kleinen Familienbetrieb. In den Jahren danach kauften sie die steilen, steinigen Parzellen, die andere abgaben, am Leithagebirge mit seinen Kalksteinhängen und auf der Parndorfer Platte mit Schotter und Rotschiefer. Heute bewirtschaften sie rund hundert Hektar im Burgenland, eigene und gepachtete, vollständig biodynamisch.
Die Vorträge Rudolf Steiners lasen Gernot und Heike Heinrich an vielen Abenden gemeinsam, bevor 2006 die Begegnung mit dem Biodynamik-Fachmann Andrew Lorand den Anstoss zur Umstellung des ganzen Betriebs gab. Sie zählen zu den Gründungsmitgliedern des Verbands respekt-BIODYN, seit 2017 ist das Weingut Demeter-zertifiziert.
Blaufränkisch am Leithagebirge
Gernot und Heike Heinrich gehörten zu den Ersten, die österreichische Rotweine exportierten. Der Alter Berg in Winden am Leithagebirge ist eine südostexponierte Hanglage: oberhalb kühlt der Wald, unterhalb liegt der Neusiedlersee, in den Zeilen stehen Kirschbäume, und im kargen Kalkstein finden sich Fossilien aus dem Urmeer. Der Blaufränkisch Leithaberg DAC von dieser Riede wird von Hand gelesen, vergärt spontan drei Wochen auf der Maische, kommt schonend in die Korbpresse und reift danach in der Amphore und in gebrauchten 500-Liter-Eichenfässern.
Der Salzberg liegt unmittelbar oberhalb des Weinguts, rein nach Süden, und führt Böden von tonig-schluffig über kalkig bis sandig-schottrig. Die trockene Lage ergibt kleine, dickschalige Trauben. Blaufränkisch und Merlot vergären hier spontan drei Wochen im Holzgärständer auf der Maische und reifen 48 Monate in 500-Liter-Fässern, ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. Edelgraben und Gabarinza ergänzen die Reihe der Einzellagen, die vom kühlen Kalkstein des Leithagebirges bis zum wärmeren Schotterboden bei Gols reicht.
Die Freyheit-Linie und der Maischekontakt
Für die Orange Wines der Freyheit-Linie bleiben die Weissweine bis zu vierzehn Tage auf der Maische. Die Graue Freyheit vereint Grauburgunder, Weissburgunder, Chardonnay und Neuburger; ihre Farbe kommt vom Schalenkontakt des Grauburgunders, der auf kristallinem Schiefer und Quarzitschiefer am Joiser Hackelsberg und am Windener Spiegel wächst. Weissburgunder und Chardonnay stammen von den kalk- und schieferhaltigen Osthängen des Leithagebirges, vor allem aus dem Breitenbrunner Edelgraben und dem Windener Alter Berg. Gelesen wird von Ende August bis Mitte September, danach reift der Wein 17 Monate in Amphoren und in grossen gebrauchten Eichenfässern. Im Muscat Freyheit stehen Litschi und Rosenblatt neben einem trockenen, straffen Körper. Der Pinot Freyheit wächst auf Glimmerschiefer und Kalk, vergärt zu 70 Prozent mit ganzen Trauben auf der Maische und reift über ein Jahr mit natürlicher Hefe in Amphoren.
Amphoren und Fässer im Keller
Der Wein läuft im Keller ohne Pumpen, allein mit der Schwerkraft. Tonamphoren übernehmen zunehmend die Rolle der kleinen Holzfässer, weil sie eine leichte Oxidation zulassen, ohne Holzaromen abzugeben; daneben stehen grosse Fässer aus gebrauchtem Holz vom Fassbinder Klaus Pauscha aus der Region. Für den Pannobile, die Cuvée aus Blaufränkisch und Zweigelt, und für den Salzberg bleibt Holz unverzichtbar; mit den Jahren im Keller kommen dort Tabak und dunkle Kirschen dazu.














