Lebendige Weine Schweiz & Liechtenstein

Trentin · Italien

Foradori

Elisabetta Foradori - Winzerin im Trentino

Foradori bewirtschaftet 28 Hektar im Campo Rotaliano, einer Einbuchtung des Etschtals im Trentin, die der Fluss Noce mit Kalkstein, Granit und Porphyr aus den Dolomiten aufgeschüttet hat. Elisabetta Foradori übernahm das Weingut 1984 mit zwanzig Jahren und richtete es auf den Teroldego aus, der heute vier Fünftel der biodynamisch bewirtschafteten Rebfläche einnimmt. Ein grosser Teil der Weine vergärt und reift in spanischen Tonamphoren, den Tinajas, acht Monate lang auf den Schalen. In den Teroldego-Weinen stehen Veilchen und wilde Brombeere neben einer salzigen Mineralität. Seit 2013 verantwortet ihr Sohn Emilio Foradori die Weinbereitung.

Die Weine

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1984 im Campo Rotaliano

Elisabetta Foradori war zwanzig Jahre alt und hatte das Studium in San Michele gerade abgeschlossen, als sie 1984 die Leitung des Weinguts übernahm; der Vater war 1976 gestorben. Der Campo Rotaliano liegt als Einbuchtung des Etschtals zwischen zwei Bergkämmen. Der Noce führt seit Jahrhunderten Kalkstein-, Granit- und Porphyr-Schutt mit sich und hat daraus einen Talboden gebaut, der sich in Mikrozonen gliedert, von den Winzern je eigen benannt. Tagsüber werfen die Felswände die Sonne ins Tal zurück, nachts strömt kühle Bergluft hindurch.

Die Rückholung des Teroldego

Teroldego wurde beim Konzil von Trient ausgeschenkt und verlor seinen Ruf im 20. Jahrhundert an die Massenerträge. Elisabetta Foradori erkannte, was in den alten Klonen steckte, und begann mit der Universität Mailand und dem Forschungszentrum San Michele eine Massenselektion, die Jahre dauerte. Daraus entstand der Granato, seit 1986 vinifiziert: rund vier Hektar in drei Lagen, alte Pergola-Anlagen in Mezzolombardo auf Schwemmland, Schotter und Kieselsteinen, spontan vergoren in grossen, offenen Bottichen. Der Name verweist auf den Granatapfel. Sechsunddreissig Mal hat der Gambero Rosso seine höchste Auszeichnung nach Foradori vergeben.

Morei, Sgarzon und die Tinajas

Die Vigneto Morei umfasst 2,5 Hektar, ist zu hundert Prozent mit Teroldego Rotaliano bestockt und liegt auf den kieseligen, sandigen Schwemmlandböden des Noce; der Name kommt aus dem Trentiner Dialekt, moro, dunkel, und meint die Farbe des Weins. Sgarzon dagegen wächst auf Dolomit-Kalkstein. Der Weg in die Amphore führte über die Erfahrung, dass Holz den Teroldego überlagerte, und so vergären die Trauben heute in Tinajas aus Villarrobledo in Spanien und klären sich während acht Monaten Reifung auf den Schalen.

In den Tinajas liegen auch der Pinot Grigio und die Nosiola, beide in der Weinliste als Orange Wines geführt. Der Fuoripista entsteht in Zusammenarbeit mit Marco Devigili, einem biodynamischen Winzer aus dem Campo Rotaliano, und verbringt mehr als acht Monate auf den Schalen. Der Fontanasanta kommt aus der gleichnamigen Lage oberhalb von Trient, wo Nosiola auf kalkig-tonigen Böden steht, eine Rebsorte mit einem Elternteil aus dem Wallis und rund siebzig verbliebenen Hektar; ein kleiner Anteil reift in Akazienholz.

Die Familie und der Hof

Emilio Foradori leitet seit 2013 die Weinbereitung. Theo Foradori, der Fotojournalismus studierte und Jahre in den USA lebte, kümmert sich um den Vertrieb, Myrtha Foradori bewirtschaftet den biodynamischen Bauernhof: Tiroler Grauvieh grast zwischen den Reben, der Gemüsegarten versorgt die Hofküche, und wöchentlich öffnet ein Markt mit Käse, Eiern und Erntefrischem. Elisabetta Foradori steht heute in der hauseigenen Käserei und hat mit Freunden Ampeleia in der Maremma gegründet, wo sie nach denselben Grundsätzen arbeitet.