Chandon de Briailles

Domaine Chandon de Briailles in Savigny-lès-Beaune bewirtschaftet 13,7 Hektar in zwölf Lagen der Côte de Beaune, darunter Parzellen in Bressandes und Clos du Roi am Corton. Die Geschwister Claude und François de Nicolay führen den Besitz, der seit 1834 in Familienhand ist; François verantwortet die Weinberge und den Vertrieb, Claude vinifiziert seit 1988 im Keller. Seit 2005 arbeiten beide biodynamisch, und vier Pferde ziehen den Pflug durch die Rebzeilen. Im Keller bleiben die Trauben weitgehend unentrappt, geschönt und filtriert wird nicht, und ein Teil der Weine wird ohne Schwefelzusatz gefüllt.
Die Familie de Nicolay
Die Familie de Nicolay übernahm das Anwesen in Savigny-lès-Beaune 1834; der Name Chandon de Briailles kam über die Urgrossmutter ins Haus, die mit einem Champagnerhaus verwandt war. Den Wandel, auf dem die heutige Arbeit aufbaut, begann Nadine de Nicolay, die Mutter von Claude und François: 1989 verbannte sie alle synthetischen Mittel aus den Weinbergen.
Claude de Nicolay studierte Önologie in Dijon und sammelte Erfahrung in Oregon und Neuseeland; seit 1988 verantwortet sie den Keller. François de Nicolay führte einen Weinladen in Paris und kehrte 2001 nach Savigny-lès-Beaune zurück. 2005 stellten die Geschwister auf Biodynamie um. Gegen Mehltau setzten sie Magermilch ein, eine Methode, die inzwischen im zertifizierten Bio-Anbau zugelassen ist. Seit 2011 ist der gesamte Besitz Demeter-zertifiziert.
Zwölf Lagen in drei Gemeinden
Die Rebflächen liegen in Savigny-lès-Beaune, Pernand-Vergelesses und Aloxe-Corton. Am Hang des Corton besitzt das Gut Parzellen in Bressandes, Clos du Roi und Maréchaudes, Grundlage für Corton-Bressandes Grand Cru und Corton-Clos-du-Roi Grand Cru. Im Corton-Bressandes zeigt sich der Hausstil mit seidigem Tannin, Blütennoten und mineralischer Tiefe. William Kelley vom Wine Advocate hält fest, dass die Weine das volle Potenzial des Corton Grand Cru ausschöpfen.
Von der Île des Vergelesses in Pernand-Vergelesses kommen ein Pinot Noir und, unter dem Namen La vie est Belle, ein Pinot Blanc. In Savigny-lès-Beaune liegen der Premier Cru Les Lavières, die Lage Aux Fourneaux und der weisse Les Saucours, in Aloxe-Corton der Premier Cru Les Valozières. Chardonnay wächst ausserdem in Corton-Charlemagne.
Pferde in den Rebzeilen
Diva, Epi, Farandole und Gipsy heissen die vier Pferde, mit denen die gesamte Rebfläche bearbeitet wird, auch die Zeilen am Corton. Auf jeden Hektar kommt eine Arbeitskraft.
Der Keller aus dem 12. Jahrhundert
Das Gewölbe, in dem die Weine reifen, bauten Mönche der Abtei Cîteaux im 12. Jahrhundert. Claude de Nicolay entrappt Pinot Noir und Chardonnay kaum noch; seit 2011 ist die Ganztraubenvergärung Standard, ihr Anteil richtet sich nach dem Jahrgang. Die Chardonnay-Trauben werden als ganze Trauben langsam in Barriques und Tonneaux gepresst, die roten vergären in Holzcuves. Neues Holz bleibt bei kaum über 15 Prozent. Die roten Weine reifen 14 bis 20 Monate im Fass, die weissen bis zu 28 Monate.
Gefüllt wird ohne Schönung und Filtration, oft direkt aus dem Fass und mit minimaler Schwefelung; seit 2017 verzichtet Claude de Nicolay bei ausgewählten Cuvées ganz auf Schwefel, darunter beim Pernand-Vergelesses Premier Cru Île des Vergelesses. François de Nicolay nennt den Stil des Hauses „neo-klassisch“, und er meint damit Weine mit wenig sichtbarem Holz und langer Haltbarkeit.



















