Rémi Jobard

Domaine Rémi Jobard bewirtschaftet neun Hektar in Meursault an der Côte de Beaune, dazu Premier-Cru-Parzellen in Monthélie und Volnay. Rémi Jobard führt das Gut, dessen Weinbautradition erste Schriften auf das 16. Jahrhundert datieren. Er presst die Chardonnay-Trauben sechs bis zwölf Stunden lang bei geringem Druck und baut die Weine in 600-Liter-Fässern des österreichischen Küfermeisters Stockinger aus. Kunstdünger und Pestizide verliessen die Reben 1994, die Herbizide 1998, und das gesamte Gut ist Ecocert-zertifiziert. Leitmotiv seiner Arbeit sind die kalkhaltigen Böden Meursaults. Seine Chardonnays bleiben schlank und mineralisch.
Neun Hektar in Meursault
Gut zweieinhalb Hektar liegen in den Village-Lagen des Dorfes, und jede wird einzeln abgefüllt: Sous la Velle, Les Chevalières, Les Narvaux und En Luraule. Weitere Reben stehen in Lagen, die an Meursault angrenzen; aus ihnen kommt der Bourgogne Côte d'Or Vieilles Vignes. Diese Appellation wurde erst vor wenigen Jahren eingeführt und begrenzt die Produktionszone auf das Kerngebiet der Côte d'Or. Den Aligoté liest Rémi Jobard in En Buzigny von alten Reben.
Arbeit in den Rebzeilen
Gedüngt wird seit rund dreissig Jahren ausschliesslich organisch, 2008 folgte die Zertifizierung für biologische Bewirtschaftung. Die Rebzeilen bearbeitet Rémi Jobard von Hand und hält sie begrünt, der Cordon-Schnitt begrenzt die Erträge. In Les Charmes und in Monthélie arbeitet er biodynamisch, mit strenger Ertragskontrolle und selektiver Handlese. Was er damit erreichen will, sagt er selbst: „Wir haben das Privileg, grossartiges Terroir in Meursault zu besitzen. Alles was ich im Weinberg und im Keller tue, dient dazu, dass dieses Terroir transparent und unverschleiert zum Ausdruck kommt.“
Premiers Crus in Meursault und Monthélie
Les Charmes liegt am südlichen Ortsrand von Meursault, auf 260 bis 280 Metern und in südöstlicher Exposition. Die Böden bestehen dort aus steinigen Kalkmergeln mit hohem Kieselanteil. Der Wein wird füllig, der Kalk hält ihn mineralisch. Les Genevrières trägt den Namen der Wacholderbüsche, die hier einst wuchsen, und bringt aus alten Reben eine straffe Mineralität. Le Poruzot-Dessus steht hoch am Hang zwischen 230 und 280 Metern, wo tonreiche Böden Weine mit Kraft und Lagerpotenzial ergeben. Les Narvaux und Le Poruzot-Dessus kommen zusätzlich als Élevage Prolongé, mit verlängerter Reifezeit.
In Monthélie liegt Sur la Velle oberhalb von Volnay, südöstlich ausgerichtet auf kalk- und tonhaltigem Boden; Les Champs Fulliots gehört mit 250 bis 300 Metern zu den höheren Parzellen und reift zur Hälfte in Barriques, zur Hälfte in älteren Foudres. Den Pinot Noir liest Rémi Jobard in Volnay 1er Cru Les Santenots und in Monthélie 1er Cru Les Vignes-Rondes.
Sechs bis zwölf Stunden Pressung
Zwei grosse Pressen stehen in den Gewölbekellern, beide so dimensioniert, dass sie die Trauben über viele Stunden mit geringem Druck verarbeiten. Was am Morgen geerntet wird, presst Rémi Jobard mindestens sechs Stunden, die Nachmittagslese oft über Nacht, volle zwölf Stunden. Die Gärung setzt spontan mit heimischen Hefen ein.
Ausgebaut werden die Weine in Halbstücken von 600 Litern, die der Küfermeister Stockinger baut; das Holz dafür stammt aus Frankreich, Österreich und Slawonien. Das Volumen bedeutet weniger Holzkontakt je Liter und einen langsameren Sauerstoffaustausch. Nach rund zwölf Monaten im Holz, davon höchstens ein Fünftel neu, ruhen die Weine weitere sechs Monate im Edelstahltank, und abgefüllt wird unfiltriert mit minimaler Schwefelgabe. Ihre Stabilität gewinnen sie aus zwei Wintern Reifung.
































