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Mosel · Deutschland

Clemens Busch

Das Team vom Weingut Clemens Busch in den Steillagen der Marienburg

Clemens Busch bewirtschaftet in Pünderich an der Mosel 20 Hektar Steillagen, elf davon in der Marienburg auf der anderen Moselseite. Er führt das Weingut in siebter Generation und trägt den Vornamen, den die Familie weitergibt. 1976, mit 19 Jahren, gab er die Herbizide auf; seit 1986 arbeitet er biodynamisch, seit 2015 mit dem Demeter-Siegel. Drei Schieferfarben prägen seine Parzellen, rot, grau und blau, und die Kapsel jedes Weins nennt die Farbe. Die Rieslinge vergären spontan in alten Fudern von 1000 Litern und bleiben lange auf der Hefe. Sohn Johannes Busch hat das Gut inzwischen als Inhaber übernommen.

Die Weine

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Pünderich und die Marienburg

Der Haus- und Hofberg der Familie Busch heisst Marienburg und steigt gegenüber von Pünderich über der Mosel auf. Die Hänge sind nach Süden, Südwesten und Südosten ausgerichtet, und in dieser einen Lage kommen alle drei Schieferfarben des Guts vor, rot, grau und blau. Unterhalb des Klosters dominiert grauer, verwitterter Schiefer; die Reben stehen dort seit über dreissig Jahren und überdauern trockene Perioden.

Die Entscheidung von 1976

Clemens Busch war 19 Jahre alt, als er 1976 die Herbizide aus den Weinbergen nahm, und die Frage, die er sich damals stellte, lautete: „Warum können wir nicht mit den Kräutern leben?“ Seit 1986 arbeitet er biodynamisch, seit 2015 trägt das Weingut das Demeter-Siegel. Die ältesten Reben sind wurzelecht und reichen bis zu acht Meter tief in den Schieferfels hinab, wo sie mineralische Schichten erschliessen und in Hitze und Trockenheit Reserven finden. 2023 ging das Robert Parker Green Emblem an Clemens Busch.

Er arbeitet heute mit seiner Frau Rita Busch und mit Johannes Busch. Der jüngste Sohn Florian Busch führt im Languedoc die Domaine Flo Busch, wo nach denselben Prinzipien Grenache und Mourvèdre entstehen.

Rothenpfad, Fahrlay und der Spätburgunder

Die Parzelle Rothenpfad erstreckt sich über dem Bahnviadukt gegenüber von Pünderich und gehört heute zur Marienburg. Ihr Gestein ist roter Tonschiefer, weich von der Verwitterung, darüber ein leichter Boden; sie fällt steil ab und hat keinen Wegeanschluss, Maschinen kommen nicht hinein, und die Wurzeln wachsen in unverdichtetem Boden. Für die Reserve wählt Clemens Busch ein Fuder in Grosse-Gewächs-Qualität aus, lässt den Wein mindestens 24 Monate auf der Vollhefe liegen und füllt ihn unfiltriert.

Im Fahrlay leuchtet der Schiefer blau, dazu kommen ein hoher Tonanteil und ein kleiner Anteil Kalk. Die terrassierte Parzelle ist schotterig und nach Süden ausgerichtet, das Gestein gibt den Weinen Spannung und Mineralität; die Auslese von hier wächst aus überreifen Trauben ohne Botrytis. Den Spätburgunder Sekt Brut Nature liest Clemens Busch auf der Pündericher Dorfseite, einer leichten Steigung nach Südwesten, in der Regel als erstes Lesegut des Jahres, und der Sekt reift über 60 Monate auf der Hefe.

Spontangärung und Hefelager

Rund 80 Prozent der Weine vergären spontan in Fudern von 1000 Litern, die teils Jahrhunderte alt sind; einige stammen aus der Werkstatt von Rita Buschs Vater. Clemens Busch setzt keine Reinzuchthefen und keine Enzyme zu und schönt die Weine nicht, manche Gärung dauert länger als ein Jahr. Das lange Lager auf der Feinhefe gibt den Rieslingen Komplexität, und selbst bei den edelsüssen Weinen bleibt die Schwefelgabe minimal.

Für die Spätlese Goldkapsel aus der Marienburg selektiert er hochreife Trauben mit etwa zehn Prozent Botrytis, vergärt sie im alten Fuder und zieht den Wein bei rund 7,5 Volumenprozent gekühlt von der Hefe; die Prädikatsweine werden in der Regel im Mai gefüllt. Die Rieslinge von Clemens Busch stehen auf den Weinkarten von fünf Drei-Sterne-Restaurants.

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