Lebendige Weine Schweiz & Liechtenstein

Rotweine

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Rotwein entsteht aus dunklen Trauben, deren Schalen während der Gärung im Saft bleiben und ihm Farbe, Tannin und Struktur geben. Vertreten sind Pinot Noir aus der Côte de Nuits und der Côte de Beaune, Nebbiolo aus Barolo und Barbaresco, Grenache und Carignan aus dem Priorat, Sangiovese aus Montalcino, Teroldego aus dem Trentin und Spätburgunder von Ahr, Pfalz und Baden.

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Rebsorten und Herkunft

Pinot Noir trägt den burgundischen Teil, von Marsannay und Gevrey-Chambertin in der Côte de Nuits über Beaune, Pommard und Volnay bis Santenay, und er wächst ebenso an der Ahr, in der Pfalz und in Baden. Nebbiolo steht im Piemont für Barolo, Barbaresco und Langhe, Sangiovese für Montalcino, Frappato mit Nero d'Avola für den Cerasuolo di Vittoria. Grenache und Carignan tragen das Priorat, Tempranillo die Rioja und die Ribera del Duero mit Weinbergen auf 850 bis 930 Metern.

Machart

Das Etikett legt die Herkunft und ihren Rang fest: In Burgund steigt die Ordnung von der Dorfappellation über Premier Cru bis Grand Cru, Italien ordnet nach DOCG, DOC und IGT, Deutschland kennt die VDP Grosse Lage, und bei Vin de France oder Landwein bleibt die Sortenwahl beim Winzer.

Im Keller beginnt die Arbeit an Textur und Dauer. Ein burgundischer Pinot Noir gärt mit rund 30 Prozent Ganztrauben und reift 12 bis 15 Monate in mehrfach gebrauchten pièces. Ein Langhe Nebbiolo liegt 14 Monate in französischen Barriques zweiter Belegung. Indigene Hefen übernehmen die Gärung in neutralem Fass und Tank, der Neuholzanteil bleibt bei einem Santenay Premier Cru um 20 Prozent. Geschwefelt wird spät und in minimalen Dosen, sodass der Wein nie über 35 Milligramm je Liter kommt, und ein Volnay-Santenots Premier Cru entsteht ohne zugesetztes Sulfit.

Geschmack und Trinktemperatur

Pinot Noir zeigt Sauerkirsche, Himbeere und Waldboden über feinem Tannin, Nebbiolo Rose, Teer und getrocknete Kirsche über einem Gerüst, das Reife braucht. Sangiovese bringt Sauerkirsche und getrocknete Kräuter, Grenache und Carignan aus dem Priorat Brombeere, Lakritze und einen salzigen Zug. Kühl aus dem Keller serviert, halten Frucht und Säure zusammen, Weine mit viel Tannin öffnen sich bei kühler Zimmertemperatur.

Güter im Bestand

In der Côte de Nuits keltert Hubert Lignier den Clos de la Roche aus Reben, die seit 1955 wurzeln, zertifiziert biologisch seit 2019. Trapet Père & Fils steht in Gevrey-Chambertin, wo Arthur Trapet in den 1880er Jahren auf amerikanische Unterlagen veredelte, Bruno Clair in Marsannay-la-Côte mit 27 Hektar der Côte d'Or. In den Hautes-Côtes de Beaune führt Boris Champy seit 1984 biodynamisch das erste Demeter-zertifizierte Weingut Burgunds.

Andrea Sottimano lässt den Barbaresco von Sottimano in Neive vierzig Tage auf der Maische, Vietti arbeitet seit 1873 in Castiglione Falletto. Elisabetta Foradori baut im Trentin Teroldego aus, Dominik Huber führt Terroir al Limit im Priorat und im Montsant, Bodegas Artadi verliess Ende 2015 die DOCa Rioja, um Einzellagen wie Viña El Pisón auszuweisen. An der Ahr arbeiten Julia Baltes und Benedikt Baltes, er als Sohn einer Winzerfamilie aus Mayschoss, und bei Christmann wächst der Idig in der Pfalz auf Terra fusca über Kalkfels, biodynamisch nach respekt-BIODYN.