Odinstal

Das VDP-Weingut Odinstal bewirtschaftet fünf Hektar auf 350 Metern über Wachenheim in der Pfalz, in einer von Wald umschlossenen Mulde. Die Monopollage trägt vier Gesteinsarten: Basalt, Muschelkalk, Keuper und gelben Buntsandstein. Betriebsleiter Andreas Schumann vinifiziert die Lagen mit derselben Kellertechnik, sodass die Böden den Unterschied machen; seit 2006 arbeitet Odinstal biodynamisch, seit 2013 mit Demeter-Zertifikat. Riesling ist die Hauptrebsorte, daneben stehen Weissburgunder, Silvaner, Auxerrois, Gewürztraminer und Rieslaner. Die Weine vergären spontan, reifen lange auf der Hefe und bekommen wenig Schwefel. Der Rotwein wächst in gepachteten Kalklagen in Herxheim am Berg.
Die Mulde über Wachenheim
Die Reben stehen auf 350 Metern über dem Rheintal, in einer Mulde, die zehn Hektar Mischwald umschliessen. Weinbautreibende Nachbarn gibt es hier oben nicht, Abdrift von Spritzmitteln also auch nicht. Die Verwerfungen des Rheingrabens haben in der Monopollage Wachenheimer Odinstal vier Gesteinsarten auf engen Raum gebracht: Basalt vom nahen Pechsteinkopf, Muschelkalk, Keuper und gelben Buntsandstein. Die Höhe verlängert die Vegetationsperiode, die Trauben reifen rund 20 Tage später als im Tal. Auf vielen Etiketten steht „350 N.N.“ für diese Lage.
Andreas Schumann
Thomas Hensel hatte das verwilderte Gut in den 1990er Jahren erworben und suchte jemanden, der die Biodynamie von Anfang an mitdenkt. Andreas Schumann, Jahrgang 1978, in der Pfalz ausgebildet und in Geisenheim ausgebildet in der Theorie, kam 2004 und fand hier seine Aufgabe. Seine T-Shirts tragen die Aufschrift „501“, das Hornkieselpräparat, mit dem er im Weinberg arbeitet.
Auf den Wiesen des Guts weiden die Rinder eines benachbarten Landwirts, die den Mist und die Hüllen für die Präparate liefern. Die Bienen von Imker Andreas Kramer bestäuben die Blüten. Nach den Demeter-Richtlinien ist Odinstal damit ein geschlossener Organismus.
Die Bodenserie der Rieslinge
Drei Rieslinge aus Basalt, Muschelkalk und Buntsandstein werden identisch vinifiziert und fallen doch verschieden aus. Der Basalt vom Pechsteinkopf gibt Rauch und Tiefe, der Muschelkalk eine salzige Länge, der Buntsandstein florale Noten. Der Riesling GG Monopol stammt aus der höchsten GG-Lage der Pfalz, vergärt spontan und reift lange im grossen Fass, und im Glas stehen rauchige Mineralität und eine präzise Säure.
Beim Weissburgunder GG Monopol wachsen die Reben auf Keuper und Basalt, gepflanzt 1988 und 2004. Sechzig Prozent der Charge vergären spontan in gebrauchten Eichenfässern samt malolaktischer Gärung, der Rest im Stahltank; nach dem ersten Verschnitt bleibt der Wein ein zweites Jahr auf der Vollhefe. Der Gewürztraminer 350 N.N. steht auf Basalt, 2004 gesetzt, wird zu 80 Prozent als ganze Traube abgepresst, und das verbleibende Fünftel vergärt auf der Maische, am Ende bei 28 Milligramm Schwefel je Liter.
Keller und die Kalklagen in Herxheim am Berg
Im Keller greift Andreas Schumann wenig ein. Die Moste vergären spontan und ohne Temperaturkontrolle, die Weine reifen lange auf der Vollhefe und werden kaum geschwefelt; sie gären so trocken, wie sie wollen, meist knochentrocken. Die Nakt-Weine aus Riesling und Silvaner kommen ganz ohne Schwefel aus und bekommen Maischekontakt, was den Riesling dieser Serie zu den Orange Wines stellt.
Für Rotwein ist die Mulde zu kühl, deshalb stammt der erste Spätburgunder des Guts aus Herxheim am Berg. Der Herxheimer Honigsack liegt auf rund 250 Metern, mit etwa 30 Zentimetern Bodenauflage über festem tertiärem Kalkfels; die Reben wurden 2008 gepflanzt. Die Trauben werden zu 30 Prozent entrappt und vergären rund zehn Tage spontan, ohne Umpumpen. Aus Herxheim kommen ausserdem Riesling und Spätburgunder aus dem Himmelreich.











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