Italien reicht vom Alpenrand bis an die Küsten des Mittelmeers, und mit dieser Spannweite wechseln Böden und Rebsorten von Region zu Region. Nebbiolo im Piemont, Sangiovese in der Toskana, Carricante und Grillo auf Sizilien, Teroldego im Trentin: Jede dieser Sorten steht für ein eigenes Gefüge aus Gestein und Klima. Die Güter arbeiten biologisch und biodynamisch, von Castiglione Falletto bis an den Ätna.
Böden und Lagen
Die Hügel der Langhe im Piemont tragen mergelige Böden. In Starderi bei Neive ist die Erde lehmig und weich. In Montalcino steht der Rebbau auf Mergelstein von sechzig Millionen Jahren, die nach Süden gewiesenen Hänge von Col d'Orcia liegen auf 250 Metern Höhe an einem Hügel mit Blick auf den Fluss Orcia. In Südtirol liegen Parzellen zwischen 320 und 380 Metern auf gelb- bis rotlehmigem Boden mit hoher Mineralisierung. Im Marano-Tal im Veneto sind 29 Hektar Hanglagen terrassiert, auf Sizilien verteilen sich die Rebberge am Ätna und in neun Contrade um Vittoria.
Rebsorten und Herkunftsordnung
Nebbiolo prägt den Nordwesten und erscheint als Barolo DOCG, Barbaresco DOCG, Roero DOCG und Langhe Nebbiolo DOC, dazu kommt Barbera d'Alba. In der Toskana trägt Sangiovese Brunello di Montalcino DOCG und Rosso di Montalcino DOC, Cabernet Franc, Syrah und Canaiolo stehen unter Toscana IGT. Im Veneto ergeben Corvina, Corvinone und Rondinella Valpolicella Classico Superiore DOC und Amarone della Valpolicella DOCG, Glera den Valdobbiadene Prosecco DOCG. Teroldego kommt als Vigneti delle Dolomiti IGT aus dem Trentin, Vernatsch aus Südtirol. Auf Sizilien steht Carricante im Etna Bianco Superiore DOC sowie Frappato und Nero d'Avola im Cerasuolo di Vittoria DOCG.
Ausbau im Keller
Für den Langhe Nebbiolo wurde ein Weinberg mit „fasce di rispetto“ angelegt, Reihen, die an nicht biologisch bewirtschaftete Parzellen anderer Erzeuger grenzen; der Ausbau dauerte 14 Monate in französischen Barriques zweiter Belegung. Nebbiolo aus Starderi gärt zwei Monate in Beton mit eingetauchtem Tresterhut, kommt auf die Korbpresse und bleibt mindestens zwei Jahre in grossen Bottichen, ungefiltert und ungeschönt. In Südtirol vergären Chardonnay und Pinot Nero für einen Metodo Classico spontan im gebrauchten Holz.
Die Güter
Vietti verbindet in Castiglione Falletto seit 1873 Weinbau und Kunst, Filmemacher, Bildhauer und Maler haben die Etiketten gestaltet. In Neive lässt Andrea Sottimano die Maische vierzig Tage stehen. Chiara Boschis von E.Pira & Figli schnitt 1994 nachts grüne Trauben aus ihren Rebzeilen. Elisabetta Foradori übernahm 1984, mit zwanzig Jahren und abgeschlossenem Studium in San Michele, das Gut im Trentin. Michael Graf Goëss-Enzenberg führt Manincor seit 1991, der Name bedeutet „Hand aufs Herz“.
Duemani entstand 2000 bei Riparbella durch Elena Celli und Luca D'Attoma, Podere Salicutti arbeitet in Montalcino seit 1990 biologisch, und Col d'Orcia führen Santiago und Francesco Marone Cinzano gemeinsam. Am Ätna hält Salvo Foti mit I Vigneri an jahrhundertealten Methoden fest, Marco de Bartoli hat den Marsala Siziliens revolutioniert. Cà la Bionda führen Alessandro und Nicola Castellani in vierter Generation, Arianna Occhipinti bewirtschaftet ihre 42 Hektar um Vittoria seit 2004 ohne einen Tropfen Bewässerung.






















