Vietti

Vietti bewirtschaftet in Castiglione Falletto 75 Hektar im Piemont und füllt neun Crus einzeln ab, darunter Brunate, Cerequio, Lazzarito, Ravera, Monvigliero und Villero. Carlo Vietti gründete das Weingut 1873; Alfredo Currado vinifizierte von 1961 an die Trauben einzelner Weinberge getrennt und machte damit die Lage zum Thema des Barolo. Seit 1974 tragen die Etiketten Originalwerke von Künstlern. Der Nebbiolo gärt in Stahl mit eingetauchtem Tresterhut und reift anschliessend 30 Monate in grossen Eichenfässern, was den Weinen ein ruhig gebautes Tannin gibt. 2016 übernahm die Familie Krause das Gut.
Castiglione Falletto, seit 1873
Carlo Vietti gründete das Weingut 1873 in Castiglione Falletto, einem mittelalterlichen Dorf auf einem Hügel von 350 Metern Höhe. Sein Sohn Mario begann mit dem Export nach Amerika, Alfredo und Luciana Currado machten den Namen international bekannt. Vier Generationen haben hier gearbeitet; 2016 übernahm die amerikanische Familie Krause das Gut, und 2025 wählte Doctor Wine Vietti zur Azienda dell'Anno, zum Weingut des Jahres.
1970 sassen Alfredo und Luciana Currado mit befreundeten Künstlern an einem Tisch in der Langhe, und am Ende des Abends stand die Idee, die Etiketten von ihnen gestalten zu lassen. Seit 1974 tragen sie Originalwerke, unter anderem vom Maler Claudio Bonichi, vom Bildhauer Pietro Cascella und vom Filmemacher Pier Paolo Pasolini.
Die Entscheidungen von Alfredo Currado
1961 vinifizierte Alfredo Currado die Trauben einzelner Weinberge getrennt. Der Rocche di Castiglione und der Barbaresco Masseria wurden zu den ersten Cru-Weinen der Region; Einzellagen zu füllen gehört im Piemont heute zum Normalfall.
Sechs Jahre später nahm er sich den Arneis vor, eine alte weisse Sorte, die damals fast verschwunden war, und vinifizierte sie erstmals sortenrein. Der Roero Arneis wurde zum erfolgreichsten Weisswein der Region, und Currado ging als Vater des Arneis in die Geschichte ein. Die weissen Weine kommen heute von der Timorasso-Traube, als Timorasso Derthona und als Boscogrosso.
Neun Crus und alte Reben
Die 75 Hektar liegen in Lagen wie Brunate, Cerequio, Lazzarito, Ravera, Monvigliero und Villero. Der Barolo Riserva Villero stammt aus einer Parzelle von etwas mehr als einem Hektar in Castiglione Falletto, nach Süden und Südwesten ausgerichtet, mit sehr hohem Tonanteil; die Reben sind im Schnitt 47 Jahre alt und stehen in einer Dichte von 4200 Stöcken je Hektar. Für den Barbaresco Rabajà Riserva kommen die Trauben aus dem Weinberg Rabajà in der Gemeinde Barbaresco, von kalk- und tonhaltigem Boden zwischen 235 und 315 Metern, das Durchschnittsalter der Stöcke liegt dort bei 51 Jahren.
Unterhalb des Weinguts fällt die terrassierte Lage Scarrone nach Ost-Nordost ab, auf Kalkmergel. Die älteste Parzelle wurde 1918 gepflanzt und liefert den Barbera d'Alba Scarrone Vigna Vecchia, dessen Konzentration aus dem niedrigen Ertrag dieser Reben kommt. Der Barbera d'Asti La Crena wächst auf acht Hektar in Agliano Terme, südexponiert, ebenfalls auf Kalkmergel; der älteste Teil der Reben dort wurde 1932 angepflanzt.
Im Keller: Mazeration und grosse Fässer
Der Nebbiolo gärt in Stahltanks auf den Schalen, mit regelmässigem Umpumpen und einer Kaltmazeration vor und nach der Gärung, bei der der Tresterhut nach traditioneller Methode eingetaucht bleibt. Beim Rabajà dauert die alkoholische Gärung etwa drei Wochen, beim Villero bleibt der Saft rund vier Monate auf den Schalen. Der biologische Säureabbau findet im gebrauchten Barrique statt, danach reifen die Weine rund 30 Monate in grossen Eichenfässern. Die Barbera aus Scarrone gärt rund zwei Wochen in offenen Edelstahlbehältern, der Säureabbau folgt dort im kleinen Eichenfass.






































