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Rheinhessen · Deutschland

Kühling-Gillot & Battenfeld-Spanier

Carolin Spanier-Gillot und Hans Oliver Spanier

Kühling-Gillot & Battenfeld-Spanier vereint zwei VDP-Weingüter in Rheinhessen: Kühling-Gillot mit Lagen am Roten Hang zwischen Nierstein und Nackenheim, Battenfeld-Spanier mit Parzellen im Wonnegau und im Zellertal. Carolin und Hans Oliver Spanier führen beide Güter und arbeiten seit 2005 biodynamisch. Das verwitterte Rotliegende am Roten Hang gibt den Rieslingen eine rauchige Mineralität, auf den Kalkböden des Wonnegaus wird die Textur straffer und kühler. In der Gewanne „Kapellchen“ im Rothenberg stehen wurzelechte Reben aus dem Jahr 1934. Die Weine vergären spontan und reifen in grossen Holzfässern und in Stahltanks.

Die Weine

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Der Rote Hang zwischen Nierstein und Nackenheim

Kühling-Gillot bewirtschaftet am Roten Hang die Lagen Pettenthal, Hipping, Ölberg und Rothenberg. Die zentrale Parzelle im Pettenthal liegt auf rund 140 Metern, hat mehr als 70 Prozent Hangneigung und ist damit die steilste Lage in ganz Rheinhessen. Das Rotliegende, ein rotes Verwitterungsgestein aus Schieferton und Sandstein, geht im flacheren Teil in Lehm und Ton über; Humus gibt es dort kaum, die Reben wurzeln tief im Gestein. Der Ölberg ist für Kühling-Gillot die südlichste Lage im Niersteiner Roten Hang und die einzige mit voller Südexposition. Bei 60 Prozent Steigung ist er eine Steillage, in der roter Tonschiefer die Humusschicht ersetzt und Wärme speichert.

In Nackenheim drückt sich die Tonschieferbank des Roten Hangs an die Oberfläche, bevor sie einige Kilometer südlich bei Nierstein wieder unter der Erde verschwindet. Nach umfangreichen Neuanpflanzungen haben die Reben dort das Alter für einen grossen Wein erreicht, und der Nackenheim Riesling trocken VDP Erste Lage reift in grossen alten Stückfässern mit langem Hefelager. Seit 2006 trägt der Riesling aus Nierstein wieder den Namen des Weinorts der Rheinterrasse, in dessen Gemarkung ein Grossteil der Rebflächen liegt; Carolin und Hans Oliver Spanier glauben an einen genius loci von Nierstein, der sich in den Weinen ausdrücken kann.

Die Parzelle „Kapellchen“ im Rothenberg

In der Gewanne „Kapellchen“ im Rothenberg stehen Rebstöcke, die 1934 gepflanzt wurden, wurzelecht und ohne die amerikanische Unterlagsrebe, die das Gesetz später vorschrieb. Hans Oliver Spanier nennt diese Parzelle „die DNA des deutschen Rieslings“. Aus ihr kommt der Rothenberg GG „wurzelecht“, den Gault & Millau 2018 mit 100 Punkten als besten trockenen Riesling Deutschlands auszeichnete.

Kalkböden im Wonnegau und im Zellertal

Battenfeld-Spanier arbeitet im Wonnegau und im Zellertal auf Kalkböden, die dem Riesling eine straffe, kühle Textur geben. Die salzige Präzision dieser Stilistik zeigt sich am klarsten im Zellerweg am Schwarzen Herrgott. Grosse Gewächse kommen ausserdem aus dem Frauenberg, dem Kirchenstück und dem Zell Kreuzberg, dazu ein Chardonnay von alten Reben aus Oppenheim.

Für die Treasure Collection hat Hans Oliver Spanier einen Reifekeller gebaut, in dem Rieslinge unter gleichbleibenden Bedingungen liegen, bis sie ihre Trinkreife erreichen und als Late Release erscheinen. Der Riesling Hohen-Sülzen VDP Erste Lage dieser Reihe wächst auf Kalkstein und Muschelkalk und fällt schlank und fast salzig aus.

Weinberg und Keller

Seit 2005 arbeiten Kühling-Gillot und Battenfeld-Spanier biodynamisch. Die Präparate 500 und 501 kommen regelmässig zum Einsatz, und die Mondphasen geben den Rhythmus der Arbeit im Weinberg vor. Gelesen wird von Hand nach strenger Selektion, die Rieslinge vom Roten Hang reifen behutsam im Stückfass. Schwefel setzen Carolin und Hans Oliver Spanier sparsam ein und verzichten auf Schönungsmittel.

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