Jérôme Galeyrand

Domaine Jérôme Galeyrand in Saint-Philibert bewirtschaftet 5,25 Hektar in der nördlichen Côte de Nuits, von Marsannay über Fixin bis Gevrey-Chambertin. Jérôme Galeyrand kam ohne Winzerfamilie ins Burgund und kaufte 2002 seine erste Parzelle, 0,05 Hektar. Siebzig Prozent seiner Rebfläche bewirtschaftet er biologisch, teils biodynamisch und seit 2019 zertifiziert, die übrigen dreissig nach nachhaltigen Prinzipien. Die Böden pflügt er mechanisch, Pestizide kommen nicht zum Einsatz. Im Keller vergärt er mit einheimischen Hefen und baut die Weine in gebrauchten Eichenfässern mit wenig Neuholz aus. 2020 erhielt er einen Stern im Guide des Meilleurs Vins de France.
Ein Quereinsteiger in Saint-Philibert
Jérôme Galeyrand stammt von der Loire und kam ohne Weinbau in der Familie nach Gevrey-Chambertin im Burgund. Acht Jahre hatte er in der Lebensmittelindustrie gearbeitet, im Käsegeschäft, und über die Liebe zum guten Essen zum Wein gefunden. Ab 1996 half er in Gevrey-Chambertin bei der Ernte; danach kündigte er, schrieb sich am Weininstitut in Beaune ein und kaufte 2002 seine erste Parzelle, 0,05 Hektar. Im September desselben Jahres vinifizierte er zum ersten Mal auf eigene Rechnung. Gut zwanzig Jahre später umfasst die Domaine 5,25 Hektar, der Sitz liegt in Saint-Philibert, östlich von Gevrey-Chambertin. Gelesen wird jedes Jahr mit einer Gruppe gut ausgebildeter Freunde.
Lagen in Marsannay, Brochon und Gevrey-Chambertin
Die Parzellen verteilen sich über mehrere Appellationen der nördlichen Côte de Nuits. Der Marsannay „Est-Ouest“ kommt von 1980 gepflanzten Reben in zwei unterschiedlich ausgerichteten Parzellen im mittleren Hang, vornehmlich aus La Combe du Pré, dem höchstgelegenen climat von Marsannay, zusammen mit Les Echezeaux. Dort steht Ostrea-Acuminata-Mergel, ein mergeliger Kalkstein aus kleinen Austernfossilien. Eine feinkörnige, tonreiche Matrix hält sie zusammen. Der Côte de Nuits-Villages „Vieilles Vignes“ stammt von 0,36 Hektar im climat En Vignois in Brochon, Südostlage im mittleren Hang, gepflanzt 1947 und 1960.
Aus Gevrey-Chambertin kommen „La Justice“ und „En Billard“, der eine seidige Textur zeigt, dazu dunkle Kirsche, Walderde und einen Hauch Gewürz. Der Fixin „Champs de Vosger“ bringt Tiefe und Struktur und altert lange. Hinzu kommt ein Clos Vougeot Grand Cru.
Chardonnay und Aligoté
Den Bourgogne Chardonnay „Orane“, benannt nach seiner Tochter, liest Jérôme Galeyrand auf 0,42 Hektar in Brochon, Flagey-Echezeaux und Gilly-lès-Cîteaux. Die Trauben werden als Ganztraube angequetscht und in einer mechanischen Korbpresse gepresst, die Gärung läuft im Tank, der Ausbau zwölf Monate in gebrauchten Eichenfässern von 228 Litern. Der Bourgogne Aligoté „Chaumont“ wächst auf Reben, die 1964 an der Côte Chalonnaise zwischen Mercurey und Givry auf halber Hanglage in weissen Mergel gepflanzt wurden; gepresst wird in einer vertikalen Holzpresse, danach reift der Wein zwölf Monate im Fass mit 20 Prozent Neuholz und zwei weitere Monate im Tank, ohne Zusatz von Schwefel. Daneben steht ein Aligoté „Les Blanches“.
Gärung und Ausbau
„Nous travaillons le jus de raisin frais sans procédé technologique et œnologique“, sagt Jérôme Galeyrand: Er arbeitet mit frischem Traubensaft, ohne technologische und önologische Verfahren. Er vergärt mit einheimischen Hefen, verzichtet auf Schönung und Enzyme und dosiert Schwefel sehr sparsam. Je nach Cuvée und Jahrgang reicht die Entrappung von vollständig entrappten Trauben bis zur ganzen Traube; die Pinots gehen meist zu 85 Prozent entrappt in den Tank, nach einer knappen Woche kalter Mazeration, und reifen zwölf bis sechzehn Monate in gebrauchten 228-Liter-Fässern mit rund 20 Prozent Neuholz. Das Holz stammt aus französischen Wäldern. Vinifiziert wird in einer kleinen Kellerei bei ihm zu Hause, je nach Jahrgang entstehen rund zweitausend Kisten.























