Tement

Weingut Tement in Ehrenhausen bewirtschaftet rund 80 Hektar in den Steillagen der Südsteiermark und im angrenzenden Slowenien. Das Herzstück ist die Ried Zieregg auf Kalkmergel und Korallenkalk, eine Lage, die über die Staatsgrenze hinweg verläuft. Manfred Tement übernahm den Betrieb 1976 von seinem Vater; seit 2005 verantwortet sein Sohn Armin Weinbau und Keller, seit 2010 arbeitet Stefan Tement im Vertrieb. Die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung begann 2017 und war 2022 abgeschlossen. Im Keller vergären die Weine spontan, bleiben lange auf der Feinhefe und reifen in grossen, neutralen Holzfässern. Die Stärke des Hauses liegt bei Sauvignon Blanc, Morillon und Weissburgunder.
Die Familie Tement in Ehrenhausen
1959 erwarben Josef Tement senior und seine Frau Edina in Ehrenhausen zwei Hektar Rebfläche. Als Josef Tement 1976 früh starb, übernahm sein Sohn Manfred den Betrieb und führte ihn über die Jahrzehnte auf rund 80 Hektar; «Nicht stehen bleiben, immer besser werden» war sein Motto. 1986 gründete Manfred Tement mit gleichgesinnten Winzern die Steirische Klassik, kurz STK, eine Qualitätsinitiative der Südsteiermark; ihre Einteilung in Erste und Grosse STK Lagen steht heute auf den Etiketten der Lagenweine.
Ried Zieregg, beiderseits der Grenze
Die Ried Zieregg liegt oberhalb des Weinguts und reicht über die österreichisch-slowenische Grenze. Kalkmergel und Korallenkalk prägen den Untergrund, und weil das Terroir innerhalb der Riede stark wechselt, ist sie in sechzehn Parzellen geteilt, die einzeln bearbeitet werden. Die Parzelle Kapelle liegt direkt unter der Karmeliter Kapelle, auf schwerem Ton und Lehm über Korallenkalk, mit Reben von etwa achtzehn Jahren. Der Kår steht auf besonders kalkreichem Untergrund, der Steilriegel fällt mit bis zu 70 Prozent Hangneigung ab. 1991 wählte Der Feinschmecker den Sauvignon Blanc vom Zieregg zum weltbesten seiner Art. Auf slowenischer Seite bewirtschaftet die Familie seit 2004 zwanzig Hektar unter dem Namen Ciringa, von dort kommt der Ciringa Reserve.
Ried Sulz und die weiteren Rieden
Die Ried Sulz ist die Heimat des Weissburgunders im Haus, eine warme Kessellage auf 400 bis 473 Metern, nach Süd-Südwest geneigt, auf Kalkmergel und lehmigen Sandböden. Für den Ried Sulz Morillon wächst Chardonnay auf 380 bis 490 Metern auf lehmigem Opok, einem kalkhaltigen Mergel; die Subriede Kriewitz bringt kreidig-kalkige Gesteinsvorkommen mit und zählt zu den ältesten Parzellen der Lage, mit Reben aus den 1960er Jahren. Dieser Wein reift 24 Monate auf der Feinhefe in neutralen Barriques und wird unfiltriert abgefüllt. Dazu kommen Sauvignon Blanc aus Grassnitzberg und Sernau, Morillon vom Rossberg, Gelber Muskateller aus der Ried Fürst, Welschriesling vom Ottenberg und einige Rote aus alten Reben.
Biodynamie und Keller
Seit 2022 ist die gesamte Fläche biodynamisch bewirtschaftet; in der feuchten Steiermark ist das bei dieser Betriebsgrösse eine Herausforderung, und die Entscheidung dazu fiel in der Familie gemeinsam. Armin Tement, seit 2005 im Betrieb, verantwortet Weinbau und Keller, sein Bruder Stefan seit 2010 den Vertrieb und das Weinhotel Gut Pössnitzberg. Die Weine vergären spontan und liegen lange auf der Hefe, grosse Holzfässer kommen zurückhaltend zum Einsatz.
Am weitesten geführt ist diese Zurückhaltung im Ried Zieregg IZ Reserve, der nach einem 2005 entwickelten Verfahren der interzellularen Beerenvergärung entsteht. Die Gärung beginnt in der gesunden Beerenschale, und jede Beere hat über 100 Tage Zeit, langsam zu vergären und die Terroir-Informationen ihres Rebstocks zu speichern. Danach werden die Trauben gepresst, der Wein bleibt weitere 54 Monate schwefelfrei auf der Feinhefe in neutralen Eichenfässern und wird unfiltriert gefüllt. Der Sauvignon Blanc Kalk & Kreide trägt die Herkunftsbezeichnung Südsteiermark DAC.


































