Peter Jakob Kühn

Peter Jakob Kühn bewirtschaftet in Oestrich-Winkel im Rheingau 21 Hektar, die fast ausschliesslich mit Riesling bepflanzt sind. Peter Bernhard und Viktoria Kühn führen das 1786 von Jacobus Kühn gegründete Weingut in zwölfter Generation. Seit 2004 arbeitet die Familie biodynamisch, seit 2009 mit Demeter-Siegel, mit Schafen zwischen den Rebzeilen, mit Hornmist und Baldrian. Die Moste vergären spontan, die Weine bleiben ungeschönt und reifen lange auf der Vollhefe im grossen Holz. Die Lagen liegen zwischen Oestrich, Mittelheim und Hallgarten, auf Löss, Quarzit und Tonmergel; aus Doosberg, Jungfer und Sankt Nikolaus kommen Grosse Gewächse, aus dem Lenchen Auslesen und Beerenauslesen.
Oestrich-Winkel, zwölf Generationen Kühn
1786 gründete Jacobus Kühn in Oestrich-Winkel ein Weingut, das die Familie seither nie aus der Hand gegeben hat; sein Vorname steht heute auf dem Einstiegswein Jacobus. 1978 übernahmen Angela und Peter Jakob Kühn in elfter Generation und wandten den Betrieb von der Menge zur Qualität; der Riesling sollte seine Herkunft zeigen, und die Chemie verschwand aus den Weinbergen. 2004 stellte Peter Jakob Kühn auf biodynamische Bewirtschaftung um, mit Schafen zwischen den Rebzeilen, mit Hornmist und Baldrian, und seit 2009 trägt das Weingut das Demeter-Siegel.
Peter Bernhard und Viktoria Kühn
2012 traten Peter Bernhard und Viktoria Kühn in den Betrieb ein und führen ihn heute in zwölfter Generation. Peter Bernhard Kühn hatte zuvor im Elsass und bei Burgunderproduzenten gearbeitet; seither arbeiten die Kühns Säure und Extraktion genauer heraus. Zu den Lagen Doosberg, Oestricher Klosterberg, Lenchen, Sankt Nikolaus, Hallgartener Hendelberg und Jungfer kamen in den letzten Jahren der Rauenthaler Baiken und der Rüdesheimer Berg Schlossberg hinzu; mehrere davon sind beim VDP als Grosses Gewächs klassifiziert.
Lagen zwischen Oestrich, Mittelheim und Hallgarten
Der Doosberg, hochdeutsch Dachsberg, liegt auf rund 120 Metern in Oestrich; Kühns Anteil nimmt eine Kuppe mit ständigem Windeinfall ein, was die Trauben gesund durch die Reife bringt. Der Boden besteht aus kalkhaltigem Lösslehm über Terrassensedimenten und Gestein der Alzey-Formation, einem Meeressand, den starke Taunusquarze durchziehen. Direkt darüber beginnt auf rund 220 Metern Kühns Teil der Hallgartener Jungfer, nach Südosten geneigt und kühler als der Doosberg. Ihr Boden ist Abtragungsmaterial vom Rheingaugebirge mit hohem Quarzitanteil, vermischt mit Lösslehm.
Im Sankt Nikolaus stehen Kühns älteste Reben, bis zu 65 Jahre alt. Der Weinberg liegt in Mittelheim direkt am Rhein, an der Fähre nach Ingelheim, fällt leicht nach Süden ab und hat kalkhaltigen, sandigen Löss mit Terrassensedimenten. Das Lenchen, benannt nach der Le(h)ne des Pfingstbachs, zieht sich oberhalb des Weinguts auf 120 bis 170 Metern nach Norden, mit 12 bis 15 Prozent Neigung nach Westen. Seine Böden aus kiesigem Löss sind von eisenhaltigen Quarziten und Tonmergeln durchzogen; der Gewannname Eiserberg hält das fest. Die Frühnebel des Bachs tragen Botrytis in die Reben, weshalb aus dem Lenchen vor allem restsüsse und edelsüsse Rieslinge entstehen, Auslesen und Beerenauslesen. Seit 2018 erzeugen die Kühns hier auch ein Grosses Gewächs, aus einer 1964 gepflanzten Parzelle.
Handlese, Spontangärung, Vollhefe
Gelesen wird von Hand, dann pressen die Kühns die ganzen Trauben über mehrere Stunden, lassen den Most spontan vergären und bauen den Wein 16 Monate auf der Vollhefe im Stück- und Doppelstückfass aus, 1200 und 2400 Liter, ohne die Zusammensetzung der Moste zu verändern. Die Jungfer liegt jedes Jahr im selben Stockinger Holzfass, das das Weingut eigens dafür angeschafft hat, und zeigt deshalb kaum Holzeinfluss. Geschönt werden die Weine nicht, Schwefel kommt in kleiner Menge dazu. Neben den Grossen Gewächsen und den Ersten Lagen stehen die Riesling-Unikate Landgeflecht und Schlehdorn, ein Spätburgunder aus dem Hallgartener Frühernberg und Sekte aus Riesling, Weissburgunder und Spätburgunder.


































