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Elsass · Frankreich

Domaine Zind-Humbrecht

Olivier Humbrecht - Domaine Zind-Humbrecht

Domaine Zind-Humbrecht bewirtschaftet 42 Hektar im Elsass, darunter sechs Grand-Cru-Lagen auf 11,5 Hektar. Den Namen trägt das Gut seit 1959, als Léonard Humbrecht und Geneviève Zind heirateten und die Weingüter Humbrecht in Gueberschwihr und Zind in Wintzenheim zusammenkamen. Olivier Humbrecht, Master of Wine, übernahm 1989 und stellte 1996 die ersten fünf Hektar auf Biodynamie um; heute arbeitet das ganze Gut so. Die Weine vergären und reifen in grossen Holzfässern mit langem Hefelager und bleiben ein bis zwei Jahre im Keller, bevor sie das Gut verlassen. Die Weinnamen Roche Calcaire und Roche Volcanique benennen das Gestein, auf dem die Reben stehen.

Die Weine

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Humbrecht in Gueberschwihr, Zind in Wintzenheim

Die Familie Humbrecht erzeugte schon zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges Wein, und Émile Zind lieferte ab 1947 direkt an das Hôtel de Paris in Monte Carlo. 1959 heirateten Léonard Humbrecht und Geneviève Zind, aus den beiden Gütern wurde die Domaine Zind-Humbrecht. Anfang der 1960er Jahre umfasste sie weniger als fünf Hektar und wuchs bis Mitte der 1990er Jahre auf vierzig. Léonard Humbrecht liess 1981 als erster Winzer Frankreichs Kühlsysteme in seine Holzfässer einbauen; auf ihn gehen auch die 1,2 Hektar Riesling auf Kalk rund um Gueberschwihr zurück.

Olivier Humbrecht, Master of Wine

1989 kam Olivier Humbrecht mit 26 Jahren aus London zurück, wo er den Titel Master of Wine erworben und seine schottische Frau Margaret kennengelernt hatte, und übernahm das Gut. Sieben Jahre später begann die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung, zunächst auf fünf Hektar. Er nennt Biodynamie eine „Therapie für die Reben, Stress zu vergessen“, und er führt den Vorsitz von Biodyvin. In den steilsten Parzellen, bis zu 45 Grad Neigung, zieht der Jura-Wallach Nikita den Pflug. Seit 2019 arbeitet Pierre-Emile Humbrecht als elfte Generation mit.

Rangen de Thann, Brand, Clos Windsbuhl

Der Rangen de Thann fällt mit 68 Prozent Neigung über dem Städtchen Thann ab, die steilste Weinbergslage des Elsass, 5,5 Hektar vulkanisches Gestein; die Parzelle des Guts heisst Clos Saint-Urbain. Der Brand bei Turckheim steht auf Granit, Hengst und Goldert stehen auf Kalk.

Das Monopol Clos Windsbuhl liegt auf Muschelkalk, süd- bis südöstlich ausgerichtet und mittelsteil; Pinot Gris, damals „Tokayer“ genannt, ist dort 1759 urkundlich erwähnt, und die Reben zählen 54 Jahre. Der Heimbourg oberhalb von Turckheim misst 7,5 Hektar, davon 4,5 im Besitz der Domaine, auf kalkhaltigem Oligozängestein; die oberen Parzellen mit dem Pinot Gris bekommen im August und September die späte Abendsonne, ihre Reben sind im Schnitt 38 Jahre alt. Dazu kommen Clos Häuserer und Clos Jebsal.

Keller, Hefe und Kalk

Das Weingut steht mitten in den Rebbergen und wurde für die Bedürfnisse dieser Weine neu gebaut. Die Gärungen laufen lang und gleichmässig, die Weine bleiben mindestens sechs Monate auf der Hefe, der Pinot Gris aus dem Heimbourg auf der Vollhefe im jungen Holzfass; Botrytis kommt in den trockenen Weinen nicht vor. Kalkböden speichern Wasser und reifen später, ihre Rieslinge haben mehr Säure und einen tieferen pH-Wert, gären langsam und behalten gelegentlich Restzucker. Der Riesling Roche Calcaire führt mehrere Parzellen zusammen, die für eine eigene Vinifikation zu klein sind.

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